Auch nach dem 1:1 zum Abschluss der Vorbereitung gegen den SSV Ulm 1846 Fußball wurde Christian Eichner nicht müde anzusprechen, was er in den Wochen zuvor schon hatte durchklingen lassen. "Wir sind momentan eine Gruppe von 13, 14 Spielern - je nachdem, wer dann alles zur Verfügung steht", sprach der Karlsruher Trainer mit Blick auf seinen kleinen Kader, der wenige Tage vor dem Zweitligastart gegen Preußen Münster (Samstag, 13 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Breite über zu wenig Erfahrung auf höchstem Niveau verfügt.
Zwar gab der 42-Jährige vor, "immer zuversichtlich" zu sein und "kleine Schritte" zu erkennen, in denen sich der Vorjahres-11. voranbewegt. Gleichwohl ist man sich in Karlsruhe bewusst, dass dem Team trotz des unmittelbar bevorstehenden Starts in die neue Saison weitere Spieler gut zu Gesicht stehen würden. Noch etwa fünf Wochen hat der Sport-Club Zeit für Neuverpflichtungen, ehe das Transferfenster schließt. Bislang haben die Badener erst fünf externe Neuzugänge präsentiert. Folgt demnächst der Sechste, einer, der im Wildpark kein Unbekannter ist?
Philipp Förster, geboren im knapp 20 Kilometer entfernten Bretten und ausgebildet im Nachwuchs des KSC, ist seit Dienstag Trainingsgast bei der Eichner-Elf. Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler kam in seiner langen Profilaufbahn für den SV Sandhausen, den VfB Stuttgart, den VfL Bochum und den SV Darmstadt 98 in bislang 110 Erst- und 83 Zweitliga-Spielen zum Einsatz. Sein Vertrag bei den Lilien lief im Sommer nach 23 Einsätzen und vier Toren nach nur einem Jahr ab, mit seiner Routine könnte er dem jungen Team eine wertvolle Stütze sein, die auch mit Leistung vorangeht.
Legt der KSC im Angriff nach?
Die fehlende Erfahrung ist beim KSC indes auch in der vordersten Reihe Thema. Dort klafft seit dem Winter-Abschied Budu Zivzivadzes eine große Lücke, die der Klub bislang nicht schließen konnte. Neben Routinier Fabian Schleusener, der eher mit der Rolle als Zuarbeiter hinter einem klassischen Mittelstürmer vorliebnimmt, ruhen die Hoffnungen auf Roko Simic, der zu Beginn der Vorbereitung auf Leihbasis von Cardiff City kam. Trotz seiner erst 21 Jahre bringt der Kroate eine gewisse Routine aus diversen internationalen Ligen mit und ist mit seinen 1,90 Metern prädestiniert für die Sturmspitze, litt in der Vorbereitung aber noch unter Ladehemmung. Dahinter stehen in Ali Eren Ersungur und Louey Ben Farhat lediglich zwei talentierte, aber erst 19 Jahre alte Stürmer zur Verfügung.
Es ist daher naheliegend, dass sich die Verantwortlichen mit Alternativen befassen. Konkret nennt ka-news zwei Namen, die auf der Wunschliste ganz oben auftauchen sollen. Demnach sei Nardin Mulahusejnovic ein Kandidat. Der 27 Jahre alte und großgewachsene Bosnier stürmt in der heimischen Liga für Zrinjski Mostar und kann in diesem Wettbewerb 27 Tore in 75 Einsätzen vorweisen. Als weiteren Kandidat bringt der Bericht den 25 Jahre alten Bojan Radulovic von Huddersfield Town ins Spiel. Der in Spanien geborene Serbe war in der Rückrunde an Fortuna Sittard ausgeliehen und erzielte ein Tor in elf Spielen für den Erstligisten.