Die Zeit bis zum Restart ist knapp und nicht jeder konnte in diesen Tagen der Vorbereitung auf das anstehende Duell mit Bayer (Samstag, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wirklich zeigen, was in ihm steckt. Wie zum Beispiel Jeremy Arevalo, der neu aus Santander gekommen noch sichtlich Anpassungsprobleme mit den spielerischen Gegebenheiten beim amtierenden Pokalsieger hat. Erkennbar im Testspiel gegen den FC Luzern, als der Spanier mit ecuadorianischen Wurzeln nicht richtig punkten konnte.
Hoeneß will Arevalo nicht mit Erwartungen überfrachten
Der Angreifer durfte beim 3:2-Erfolg gegen den Schweizer Erstliga-Achten auf der rechten Offensivseite beginnen, ohne allerdings wirklich Wirkung zu entfalten. Lediglich mit einem feinen Flugkopfball kurz vor der Halbzeitpause ließ er aufmerken. "Jeremy war noch nicht so eingebunden, was aber normal ist nach zwei Trainingseinheiten", sagt Sebastian Hoeneß dazu, der dem Neuzugang aus Spanien Geduld verspricht. "Er ist 20 Jahre, das erste Mal in einem anderen Land. Er wird rangeführt."
„Er hat gerade mal ein halbes Jahr in der zweiten spanischen Liga aufgetrumpft.“ (Sebastian Hoeneß über Arevalo)
Auch wenn Arevalo mit viel Vorschusslorbeer behangen seinen Dienst beim Traditionsklub von 1893 angetreten hat, dürfe man ihn nicht mit Erwartungen überfrachten. "Er hat gerade mal ein halbes Jahr in der zweiten spanischen Liga aufgetrumpft und wirklich gute Sachen gezeigt. Er muss die Zeit bekommen. Wir sind überzeugt, dass er uns in Zukunft große Freude bereiten wird", sagt Hoeneß, der hofft, dass der Jungstar "uns auch direkt helfen kann".
Diehl einer der Auffälligsten im VfB-Test
Andere sind da schon weiter und bewerben sich um den Platz in Leverkusen, den wahrscheinlich Tiago Tomas freimacht. Der Portugiese musste wegen Oberschenkelproblemen den Test gegen Luzern sausen lassen. Ob er bis Samstag voll belastbar ist, ist noch nicht geklärt. Mit Justin Diehl und Chris Führich haben dagegen zwei ihr Bewerbungsschreiben abgegeben. Der frühere Kölner gehörte im ersten Durchgang zu den Auffälligsten im VfB-Spiel, bereitete ein Tor vor und erzielte eines selbst. Sein Nachfolger nach der Pause erzielte ein schönes Tor - eines, wie es Führich immer gerne schießt: vom linken Flügel am Strafraum entlang in die Mitte ziehend und mit einem Schlenzer ins lange Eck ins Tor treffend.
Für Diehl war es mal ein Testspiel mit wirklich positivem Ausgang. Vor allem persönlich, weil ohne Verletzungspech. Anders, als in der Vergangenheit, als der U-21-Nationalspieler mehrmals sein Talent aufblitzen ließ, aber immer mit einer Blessur, zum Beispiel am Knöchel oder am Oberschenkel, in der Folge wochenlang ausfiel. "Ein guter Auftritt", lobt Hoeneß diesmal, der dem 21-Jährigen allerdings ebenfalls keine überzogenen Erwartungen in den Kopf pflanzen will. "Es geht nur darum, die Daumen zu drücken, dass er jetzt einfach stabil bleibt."
Der frühere Kölner, dessen Zeit beim VfB seit Juli 2024 wegen seines Verletzungspechs bisher nur rudimentär zufriedenstellend verlief, soll, wie gehabt, beim VfB II Spielpraxis sammeln. "Dann kann er auch für uns wieder eine interessante Komponente werden", so Hoeneß. "Aber er muss gesund bleiben." Dass Diehl nicht ins aktuell stattfindende Trainingslager des VfB II in der Türkei gereist ist, könnte vielleicht auch etwas mehr bedeuten: vielleicht eine Chance auf einen Einsatz am Samstag in Leverkusen?
Der VfB blieb in den jüngsten zwölf Duellen mit Bayer sieglos
Hoeneß ist optimistisch, was das Duell mit Bayer angeht. "Das wird natürlich ein schönes Brett zum Auftakt. Ich habe aber das Gefühl, die Jungs sind in einer guten Verfassung. Wir freuen uns darauf und hoffen, dass wir vielleicht mal andere Ergebnisse erzielen können, als in den vergangenen Jahren." Der VfB blieb in den jüngsten zwölf Duellen bei fünf Remis und sieben Niederlagen sieglos. Der letzte Erfolg datiert vom 32. Spieltag 2017/18, als der VfB unter Cheftrainer Tayfun Korkut mit 1:0 gewann.