Durchbruch in Graz: Die Stadtrivalen Sturm und GAK haben sich in der viel diskutierten Stadion-Frage auf eine enge Zusammenarbeit geeinigt. Eine am Mittwoch abgehaltene Pressekonferenz der beiden Klubs offenbarte die Absicht eines gemeinsamen Stadionprojektes. Der Plan sieht eine Modernisierung und Anhebung der Kapazität auf 20.000 Fans vor. Das Projekt sei mit Investitionen von 95 Millionen Euro verbunden. Das Land Steiermark soll 37,5 Millionen Euro stemmen, von der Stadt Graz soll ebenso die Summe von 37,5 Millionen Euro beigesteuert werden. Sturm und der GAK beteiligen sich mit 20 Millionen Euro.
Sturm-Präsident Christian Jauk sprach in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit GAK-Chef Rene Ziesler von einem "historischen Tag" und einem "Meilenstein". Beide Vereine hätten "wochenlang sehr diskret und vertrauensvoll am gemeinsamen Ziel gearbeitet". Ziesler meinte, man habe "abseits der sportlichen Konkurrenz die bestmögliche Lösung gefunden. Jetzt hoffen wir auf politischer Ebene auf Unterstützung." Jauk ergänzte, man befinde sich mit den Entscheidungsträgern "in gutem, konstruktivem Austausch".
Kein konkreter Zeitplan
Für das Projekt präsentierten Sturm und der GAK "vier Eckpfeiler", die unter anderem vorsehen, dass man das Stadion gemeinsam als Eigentümer betreiben wolle - nach dem Vorbild von Rapid oder des LASK. Es soll eine gemeinsame Errichter- und Betreibergesellschaft gegründet werden, an der Sturm und der GAK zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind. Durch diese Vorgehensweise sollten bereits bei der Errichtung Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich erzielt werden, die sich im Betrieb fortsetzen, hieß es.
Ein konkreter Zeitplan für das Projekt wurde nicht genannt. Die finanzielle Situation der Stadt Graz, in der voraussichtlich im September ein neuer Gemeinderat gewählt wird, gilt als ebenso klamm wie jene des Landes Steiermark. Seitens des KPÖ-Finanzstadtrates Manfred Eber hieß es am Nachmittag, die Stadt sehe die gemeinsame Vorgehensweise der Vereine als wichtige Grundlage für weiteres Vorankommen rund um eine Lösung für das Stadion Liebenau. Es seien aber noch viele Fragen offen, insbesondere, wie der angekündigte Schulterschluss zwischen GAK und Sturm und in weiterer Folge mit Stadt und Land im Detail ausgestaltet werden soll.
Gespräche mit der Politik am Donnerstag
Am Donnerstag wird es ein bereits im Dezember vereinbartes Gespräch mit Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ), der Rathauskoalition und städtischen Spitzenbeamten mit den Vertretern der Vereine geben. Es soll nun erstmals ein "belastbares Betreiberkonzept von GAK und Sturm vorgelegt" werden, hieß es aus dem Büro von Eber. Grundsätzlich halte die Stadt an ihrer Zusage von 30 Millionen Euro für die Modernisierung des Stadions fest. Gleichzeitig ist die Stadt verpflichtet, mit öffentlichen Mitteln und Eigentum verantwortungsvoll und transparent umzugehen, so Eber.