Was sind die Gründe für die gegenwärtige Auer Krise? Damit haben sich Fans, Verantwortliche und nicht zuletzt Jens Härtel in den zurückliegenden Tagen und Wochen intensiv beschäftigt. Kurz gesagt: Sowohl defensiv als auch offensiv fehlt es der Mannschaft momentan an Schlagkraft, die Abwehrschwächen konnte auch die Offensive bislang nicht übertünchen.
Sehnlichst wird deshalb die Rückkehr von Marcel Bär erwartet. Der Torschützenkönig der Drittliga-Saison 2021/22 hatte sich vor mehr als einem halben Jahr die Achillessehne gerissen. Inzwischen ist der 33-Jährige aber wieder zurück im Mannschaftstraining - und nun gegen Jahn Regensburg wohl erstmals eine Option für den Kader. "Er tut uns schon gut, auch jetzt auf dem Trainingsplatz, weil er natürlich ein erfahrener Spieler ist. Er hat das Gefühl für Räume und für Positionierung nicht verloren", ist Härtel voll des Lobes für den Offensiv-Routinier. Er werde aber nochmal das Gespräch mit seinem Spieler suchen und vor allem die Eindrücke aus den Trainingseinheiten bis zum Spiel abwarten. Denn "wenn er wieder Teil des Kaders ist, wird erwartet, dass er voll einsatz- und leistungsfähig ist. Da fehlen noch ein paar Prozent. Aber ich glaube, für ein paar Minuten könnte es reichen."
Es sei natürlich für den Spieler, aber auch die Mannschaft ein wichtiges Signal und "für die Stimmung im Stadion wäre das auch nicht nachteilig", glaubt Härtel. Er wolle den Druck aber nicht zu groß machen "und ihm die Sorgen um die Torerzielung aufbürden. Das können wir nicht machen. Dafür haben wir genügend andere Spieler auf dem Platz, die ebenfalls in der Lage sind, das Tor zu treffen."
Um die aufzubauen - vor allem mangelndes Selbstvertrauen hat das Trainerteam zuletzt ausgemacht -, wird das Training extra angepasst. "Wir versuchen, sie zu bestärken und im Training immer wieder in Aktionen zu bringen, bei denen sie in Abschlusspositionen kommen. Sie legen auch noch Extraschichten ein und spielen ein paar zusätzliche Bälle. Das ist eigentlich sehr gut, um ein gutes Gefühl zu entwickeln. Wichtig ist, dass wir überhaupt die Möglichkeiten haben, im Spiel Tore zu erzielen." Das habe beim 0:2 gegen Mannheim nicht und dann beim 1:1 gegen Hoffenheim II schon besser geklappt.
Überhaupt sei es seinem Team schon im Kraichgau wieder besser gelungen, die Basics auf den Platz zu bringen. Insofern hofft Härtel, dass die Heimniederlage gegen Mannheim - die einzige aus den vergangenen fünf Partien - einen Ausrutscher darstellt und sein Team wieder schneller in gewisse Automatismen findet. "Es gibt immer wieder Punkte, an denen wir dranbleiben müssen, und für die Jungs ist das auch kein Hexenwerk. Ich glaube, wenn man gestern Bayern gesehen hat, dann ist der Standardtrainer in der Halbzeit noch einmal richtig laut geworden, weil die Spieler ein paar Dinge vergessen hatten und nachgesteuert werden musste", betont der 56-Jährige, der weiterhin auf die Verletzten Maxim Burghardt (Kreuzbandriss), Anthony Barylla (Muskelfaserriss), Can Özkan (Kreuzband- und Meniskusriss), Jamilu Collins (Muskelfaserriss) und Max Uhlig (Anriss der Patellasehne) verzichten muss. Wieder teilweise zurück ist hingegen Moritz Seiffert, der nach seinem Schlüsselbeinbruch kommende Woche voll ins Mannschaftstraining einsteigen wird.
Von Regensburg erwartet Härtel indes "Wucht und Tempo. Sie sind auf einem guten Weg, aber in dieser Lage musst du halt immer scharf sein. Und ich hoffe, wir sind schärfer."