Zum Auftakt der Europa League wartet auf Red Bull Salzburg gleich ein echtes Kaliber: der FC Porto. Mit einer makellosen Serie in die neue Saison gestartet, gelten die Dragões aktuell als stärkstes Team Portugals. Einer, der das bestätigen kann, ist Legionär Felix Bacher. Der Innenverteidiger von GD Estoril Praia kennt Salzburgs Kontrahent bestens - und weiß deshalb, was Salzburg am Donnerstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) erwartet.
"Dieses Porto ist ein anderes als noch vor einem Jahr", meint Bacher im Gespräch mit dem kicker. "Das ist jetzt viel mehr eine Mannschaft, sie sind viel stärker als in der Vorsaison." Dementsprechend überrascht es Bacher nicht, dass Porto perfekt in die Saison gestartet ist. "Sie haben die ersten sechs Spiele alle gewonnen und dabei nur ein Tor kassiert. Im Moment sind sie das Maß aller Dinge in Portugal", betont der 23-Jährige.
Bacher legt sich fest: "2:0 für Porto"
Salzburgs Entwicklung sieht Bacher dagegen kritisch. "Ganz ehrlich: Das wird kein Duell auf Augenhöhe. Ich denke, Porto wird die Nase vorne haben. Salzburg ist in den letzten Wochen und Monaten nicht so dominant und konstant. Ich glaube, das wird ein 2:0 für Porto."
„Das ist ein Spieler, der Salzburg wehtun kann.“ (Portugal-Legionär Felix Bacher über Porto-Stürmer Samu Aghehowa)
Besonders aufpassen müssen die Salzburger am Donnerstag auf Samu Aghehowa. Der bullige Stürmer, der bei Porto eine Ausstiegsklausel von 100 Millionen Euro hat, war Bachers direkter Gegenspieler in den jüngsten Duellen - und hinterließ Eindruck. "Er ist sehr robust, schnell und athletisch. Nicht der stärkste am Ball, aber enorm körperlich und mit einem starken Abschluss. Das ist ein Spieler, der Salzburg wehtun kann."
Doch nicht nur Aghehowa macht Porto gefährlich. Für Bacher sind auch die beiden Sommer Neuzugänge Gabri Veiga und Victor Froholdt zwei entscheidende Figuren. "Vor allem Froholdt sticht zu Saisonbeginn heraus. Beide sind unglaublich laufstark, sehr dominant am Platz und absolute Schlüsselspieler."
Großen Anteil am Höhenflug hat aber vor allem Trainer Francesco Farioli. Der Italiener, der im Sommer das Kommando übernahm, hat Porto neues Leben eingehaucht - und das System verändert. Statt im 3-4-3 unter Vorgänger Martin Anselmi agiert Porto nun im 4-3-3. "Mit Farioli hat alles Hand und Fuß. Wie sie Fußball spielen, wie sie auftreten als Mannschaft, das ist schon beeindruckend. Sie sind gerade richtig am Fliegen", so Bacher.
Bacher weckte Begehrlichtkeiten
Bei seinem eigenen Klub, Estoril GD, verlief der Saisonstart durchwachsen. Mit nur fünf Punkten aus sechs Spielen liegt der Klub des früheren WSG-Akteurs auf Rang zwölf. "Man darf es nicht überbewerten, aber wir haben unnötig Punkte liegen gelassen. Es könnte definitiv besser aussehen." Dabei kommen erst die ganz großen Brocken wie Doublesieger Sporting, Benfica oder eben der FC Porto.
Sorgen macht sich Bacher dennoch keine: "Aufgrund unserer Qualität im Kader bin ich überzeugt, dass wir wieder an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen können."
Denn die Saison 2024/25 schloss Estoril auf dem beachtlichen achten Platz ab - und das auch dank des stabilen Abwehrzentrums mit Bacher. Dass er nach der starken letzten Spielzeit Begehrlichkeiten geweckt hat, bestätigt er: "Es hat viele Interessenten und das eine oder andere Gespräch gegeben. Aber von Vereinsseite wurde relativ schnell klargemacht, dass ein Verkauf nicht zur Debatte steht." Damit bleibt er Estoril - und vorerst auch der portugiesischen Liga - erhalten. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2028.