Der FCZ auf dem Weg nach oben
Nach fünf Spieltagen waren noch sämtliche drei Zürcher Vereine hinter den Top-6 klassiert, doch in der Zwischenzeit konnte sich zumindest der FC Zürich nach oben arbeiten. Dank einer kleinen Siegesserie von drei Erfolgen am Stück kämpfte sich das Team von Trainer Mitchell van der Gaag auf den vierten Rang nach vorne.
Der Rückstand auf Leader St.Gallen beträgt für die Stadtzürcher nur noch zwei Zähler und man gehört zur Spitzengruppe mit dazu. Die Zürcher zeigen in der Liga eine deutliche Aufwärtstendenz, auch wenn noch längst nicht alles ideal läuft.
Die Konstanz ist nach wie vor ein Problem. Es gehört nämlich auch zur Wahrheit, dass man während der Siegesserie in der Super League in der 2. Cuprunde am Challenge-League-Team Stade Nyonnais scheiterte.
Ausserdem konnte Goalie und Captain Yanick Brecher in sieben Super-League-Partien kein einziges Mal zu null spielen. Die Defensive der Zürcher muss sich verbessern, denn man kassierte bereits zwölf Gegentore. Nur Lugano (13) sowie Winterthur (21) sind in dieser Hinsicht schwächer.
GC für Auftritte (zu) schlecht belohnt
Während sich der FCZ auf dem Vormarsch befindet, tritt der Stadtrivale GC ein wenig auf der Stelle. Die junge Truppe von Trainer Gerald Scheiblehner wusste zwar in dieser Saison in vielen Spielen zu gefallen, wurde für die mutigen Auftritte jedoch schlecht belohnt.
Die Hoppers spielen nämlich besser, als die bislang erst sechs Zähler aus sieben Partien vermuten lassen. Die jüngste Auswärtspartie in Lugano dient dafür als Paradebeispiel, war der Schweizer Rekordmeister sogar mit einem Mann weniger dem Gegner überlegen. Trotzdem resultierte am Ende eine knappe und durchaus unverdiente 1:2-Niederlage.
Der österreichische Coach wähnt sein Team auf dem richtigen Weg, auch wenn die Punkteausbeute bislang unbefriedigend ist. Auch im Tessin stimmte die Leistung, das Resultat jedoch nicht. "Mit der Leistung sind wir sehr zufrieden. Ich würde aber nicht sagen, dass wir die bessere Mannschaft waren. Am Ende geht es ums Ergebnis. Aber einen Punkt hätten wir mindestens verdient", wie Scheiblehner nach der Partie gegenüber dem Blick meinte.
Nach Schlusspfiff hatte der charismatische GC-Trainer eine klare Botschaft an seine Spieler: "Ich habe ihnen zur Leistung gratuliert und gesagt, es sei schade, dass wir uns dafür nicht belohnt haben. Aber wenn wir so weitermachen, kann uns niemand stoppen." Der GC-Zug könnte bestenfalls an diesem Wochenende so richtig in Fahrt kommen, würde man doch zu gerne den FCZ-Lauf beenden und deren Aufwind für sich selber nutzen.
Das Zürcher Derby könnte zum grossen Wendepunkt avancieren
Wenn die zehntplatzierten Hoppers das auf Rang vier liegende FC Zürich zum Tanz bitten, sind die Rollen nicht derart klar verteilt, wie man auf den ersten Blick meinen mag. Zwar hat der FCZ die letzten drei Super-League-Spiele gewonnen, doch GC hat in dieser Saison bereits mehrfach gezeigt, dass man ein sehr unangenehmer Gegner sein kann.
Beide Teams werden hochmotiviert und voller Energie ins Duell steigen, und insbesondere für das Team von Gerald Scheiblehner könnte das Zürcher Derby die grosse Chance sein, eine Trendwende einzuleiten. Ein Sieg gegen den Erzrivalen wäre für die so junge GC-Mannschaft besonders wertvoll und würde viel Energie und Motivation bei den Hoppers auslösen.
Der FCZ auf der anderen Seite könnte mit dem vierten Dreier in Serie die Rangliste noch weiter nach oben klettern und den Abstand auf die Spitze im besten Fall weiter verkleinern. Eine Ausgangslage, von welcher der dritte Zürcher Kantonsverein Winterthur derzeit nur träumen kann.
Der FC Winterthur noch ohne Ligasieg
In der letzten Saison schrieb Uli Forte mit den Eulachstädtern ein Märchen, übernahm er die Winterthurer doch in einer schier aussichtslosen Lage. Letztlich schaffte der FCW sogar den direkten Klassenerhalt, wofür Uli Forte als Retter gefeiert worden ist.
Bereits vor dem Start in die Saison 2025/26 war klar, dass es für den FC Winterthur erneut nur darum gehen wird, die Klasse halten zu können. Nach sieben Runden sieht die Tabelle ziemlich düster aus. Das Team von Uli Forte steht mit nur zwei Punkten und ohne einen einzigen Sieg da.
Winterthur hat nicht nur die schwächste Offensive (acht Tore), sondern auch die mit Abstand anfälligste Defensive (21 Gegentore). Vor allem der Aspekt mit der schwachen Abwehr wiegt sehr schwer und lässt wenig Hoffnung zu, dass die Situation in absehbarer Zeit besser werden könnte. Ob der neu verpflichtete Pajtim Kasami dem Verein zum Turnaround verhelfen kann, wird sich womöglich bereits im nächsten Spiel zeigen. In der 8. Runde kommt es zum Duell mit dem ebenfalls schwach in die Saison gestarteten FC Lugano.