Juventus Turin selbst bestätigte die eingeleitete Untersuchung in seinem Jahresfinanzbericht, den die Alte Dame im Vorfeld der am 7. November stattfindenden jährlichen Hauptversammlung herausgegeben hat.
Demnach beanstandet die UEFA in einem Schreiben, das Juve am 18. September zugestellt wurde, dass der Verein im Dreijahreszeitraum von 2022/23 bis 2024/25 gegen das Financial Fair Play verstoßen hat. Besonders beanstandete der Kontinentalverband, dass die Vorgaben der "Football earning rules" und der "Squad cost ratio" des UEFA-Reglements zur Klublizenzierung nicht eingehalten worden sind.
Darin wird festgeschrieben, dass ein Verein aktuell maximal 70 Prozent der Einnahmen für Transfers und Gehälter ausgeben darf. Dies sei Juventus nach Ansicht der UEFA nicht gelungen.
Juve erwartet ein Urteil im Frühjahr 2026, geht aber davon aus, dass die UEFA "die Aussichten für das laufende Jahr und die kommenden Jahre hinsichtlich der gesamten wirtschaftlichen und finanziellen Parameter berücksichtigen wird". Diese seien für die Jahre 2025 und 2026 positiv, weshalb Juve nicht mit dem härtesten Schwert, dem Ausschluss aus den europäischen Klub-Wettbewerben, ab der kommenden Saison rechnet. Vielmehr wird von Vereinsseite eine Geldstrafe oder Restriktionen bei der Registrierung neuer Spieler erwartet.
Es ist nicht das erste Mal, dass Juventus Turin wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten ins Visier der UEFA-Kontrolleure gerät. Bereits 2023 war der italienische Rekordmeister für die Saison 2034/24 von der Conference League ausgeschlossen und mit einer Geldstrafe in Höhe von 20 Millionen Euro belegt worden.
Wechsel an der Vorstandsspitze
Ob die fast gleichzeitig kommunizierte personelle Änderung an der Spitze des Vorstands mit den erneut drohenden Sanktionen in Zusammenhang steht, ist nicht bekannt. Jedenfalls gab Juventus ebenfalls bekannt, dass CEO Maurizio Scanavino bei der Hauptversammlung am 7. November nicht mehr kandidieren, sondern vielmehr zum Ende seiner Amtszeit ausscheiden werde.
Der 52-Jährige war seit Januar 2023 im Amt, nachdem zuvor die damalige Vereinsspitze um Präsident Andrea Agnelli zurückgetreten war. Gegen Agnelli und seine Mitstreiter waren Vorwürfe der Bilanzfälschungen erhoben worden, die zu einem Punktabzug für Juve und zu Bewährungsstrafen für die Beteiligten führten. Aller Voraussicht nach wird General Manager Damien Comolli auf Scanavino folgen.