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Gerach und die Frage des "billigen Ziehens eines Strafstoßes"

kicker

Beim 2:2 zwischen der SVE und Hannover 96 war es wohl der Aufreger des Spiels: In der 78. Minute wurde Frederik Schmahl im Strafraum gefunden. Dort kam es dann zu einem Kontakt mit Jannik Rochelt, infolgedessen der Elversberger erst weiterlief, aber nach zwei, drei Schritten doch noch zu Boden ging. Schiedsrichter Timo Gerach zeigte auf den Punkt und sorgte so für Fassungslosigkeit bei den Niedersachsen. Nahuel Noll hielt zwar den folgenden Strafstoß, allerdings staubte Bambasé Conté aus spitzem Winkel zum zwischenzeitlichen 2:1 ab (80.). Weil Virgil Ghita kurz darauf noch das 2:2 besorgte, kam es zur Punkteteilung.

"Wir haben nicht gewonnen, weil wir die erste Halbzeit klar überlegen waren. Wenn wir da mit 3:1 oder 4:1 in die Halbzeit gehen, entspricht das eigentlich den Möglichkeiten, die wir hatten", urteilte 96-Coach Christian Titz nach Abpfiff bei Sky und stellte fest: "Wir haben es versäumt, zuzumachen - und in der zweiten Halbzeit gewinnen wir es nicht, weil wir einen Elfmeter gegen uns bekommen, der keiner war."

An sich stellte der Coach dem Schiedsrichtergespann ein gutes Zeugnis aus, indem er betonte, dass "es eine gute Spielleitung war". Doch da war eben auch "die eine strittige Szene", die Titz ärgerte und die "das Spiel ein Stück weit gegen uns entschieden hat". Für den 56-Jährigen war klar, dass es "einfach kein Elfmeter" war und er wunderte sich darüber, dass dieser trotz VAR-Check gegeben wurde. "Was willst du da gesehen haben?", fragte er süffisant und meinte: "Das kann nicht sein. Dann würden wir jede Woche mehrere Elfmeter haben, wir hätten schon etliche bekommen."

Auch Verursacher Rochelt bezweifelte die Entscheidung. "Im Spiel hatte ich es schon nicht so wahrgenommen, dass es ein Elfmeter ist. Jetzt habe ich es auf dem Handy noch einmal gesehen und ich weiß nicht, was die Schiedsrichter da gesehen haben", so der 27-Jährige, der sich "gewünscht hätte, dass noch einmal eingegriffen worden wäre. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich ihn treffe. Dass der Kontakt oben ausreicht, glaube ich auch nicht." Für den Einwechselspieler war es eine "harte Entscheidung".

Gerach zeigt Verständnis für Hannoveraner Unmut

Schiedsrichter Gerach bezog dann selbst Stellung und gab zu, dass er nachvollziehen könne, "dass darüber diskutiert wird. Aber ich habe die Szene auf dem Feld aus einer sehr guten Position gesehen. Ich stand unmittelbar - drei bis vier Meter - hintendran und ich nehme wahr, dass der Elversberger Spieler klar die bessere Position hat. Er ist klar vorne dran und der Hannoveraner geht von hinten, seitlich in den Rücken rein, auch mit dem Ellenbogen."

Der 38-Jährige erläuterte dann noch, dass er natürlich gesehen habe, dass Schmahl "nicht gleich runtergeht" und verriet, welche Frage in dieser Szene er zu beantworten hatte: "Wie bewerte ich das? Ist das Stoßen von hinten ursächlich für das Fallen und probiert der Stürmer, erst noch ein bisschen weiterzulaufen und sich abzufedern und geht dann runter - oder ist es ein billiges Ziehen von einem Strafstoß?"

Für Gerach war es kein billiges Ziehen, ergo ein Elfmeter. "Ich habe so entschieden, dass das Von-Hinten-Reingehen einfach ein Foulspiel ist." Er könne aber auch verstehen, dass da nicht jeder auf Strafstoß entschieden hätte. "Die einen sagen, ist einer, die anderen sagen, ist keiner", sagte der Unparteiische, der auch darauf verwies, dass von Schiedsrichtern erwartet wird, "auf dem Platz selbstbewusst eine Szene wahrzunehmen und dann zu entscheiden. Das habe ich in dem Moment gemacht."