Fehlercode: %{errorCode}

Grazer Stadion-Pläne: Sturm hinterfragt 150 Millionen Euro

kicker

Kostenschätzung überrascht

Ein rundum modernisiertes Stadion in Graz kostet laut nun vorliegender Machbarkeitsstudie 150 Millionen Euro. "Super ist, dass man nach vielen Jahren zu einem Resultat gekommen ist. Das ist ein erster Schritt", sagte Thomas Tebbich, der Geschäftsführer Wirtschaft von Sturm Graz, zur APA. Die hohe Kostenschätzung allerdings hat die Vereinsverantwortlichen des Fußball-Meisters SK Sturm überrascht. Tebbich kündigte eine eingehende Analyse an.

Die Baukosten inkl. Nebenkosten für eine bis zu 25.000 Fans fassende Arena sind mit etwa 100 Millionen Euro tituliert. "Wofür die restlichen 50 Millionen sind, müssen wir uns im Detail ansehen", so Tebbich. "Spricht man hier von Weiterentwicklung der Grazer Stadtinfrastruktur mit Park & Ride? Zusätzlichen Maßnahmen, die nicht hundertprozentig dem Stadion zuzuordnen sind?"

Laut APA-Informationen könnte die öffentliche Hand bereit sein, das Projekt mit 80 bis 90 Mio. Euro zu subventionieren. Die Stadt erklärte am Donnerstag nach Präsentation der Studie, 30 Mio. zur Verfügung stellen zu wollen. Auch Sturm würde laut Tebbich "im Rahmen seiner Möglichkeiten je nach Betreiberkonzept etwas beisteuern", ein möglicher Großsponsor bzw. Investor werde von Vereinsseite aktiv nicht gesucht. "Wenn es rein um die Baukosten geht, glaube ich, dass es mit Stadt, Land und Vereinen machbar sein könnte."

"Vision für die zweitgrößte Stadt Österreichs"

Eine Investition komme nicht nur den beiden Fußballclubs Sturm und GAK zugute, betonte Tebbich. "Man muss größer denken, es geht um eine Vision. Graz ist die zweitgrößte Stadt Österreichs, hier würde eine multifunktionale Infrastruktur entstehen." Betont wird von Sturmseite stets die mit dem Club verbundene Wertschöpfung in Millionenhöhe in Stadt und Land. Tebbich hofft als nächsten Schritt, auf ein "finales Commitment von Stadt und Land".

"Wir sind froh, dass nach sieben Jahren endlich was auf dem Tisch liegt, das Hand und Fuß hat", so Matthias Dielacher, Obmann-Stellvertreter des GAK, zur Krone. "Generell sind wir froh, dass wir bei dieser Lösung nicht ausweichen müssten." Die Bauzeit wurde mit mindestens vier Jahren veranschlagt.

Europa League in Liebenau

Die Stadionfrage in Graz ist seit Jahren ungeklärt. Die Merkur Arena erfüllte in der Vorsaison nicht die UEFA-Kriterien für die Champions-League-Spiele von Sturm. Seither gab es zwar Adaptierungen, es ist aber anzunehmen, dass Sturm bei erfolgreicher Qualifikation erneut in Klagenfurt spielen würde. Scheitert der Meister im Play-off, glaubt Tebbich vor einer noch im Juni folgenden UEFA-Begehung, dass die Europa-League-Ligaphase in Graz stattfinden könnte.