Auch Kasper Hjulmand nahm sich am Sonntagnachmittag einige Zeit für die Fans, schrieb fleißig Autogramme und machte Selfies. 1200 von ihnen waren gekommen, um im Ulrich-Haberland-Stadion das erste öffentliche Training des Jahres zu verfolgen. "Ich habe sehr großen Respekt vor unseren Fans, es war sehr kalt. Dass so viele da waren, auch Kinder, das war großartig."
Vor den Autogrammen stand für Hjulmand und die Mannschaft, die schon am Samstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit in die Vorbereitung gestartet war, aber erstmal die Arbeit auf dem Plan. Jeremiah Mensah und Montrell Culbreath aus der U 19 durften bei den Profis mitwirken. Dafür verpassten neben den vier Afrika-Cup-Teilnehmern Edmond Tapsoba (Burkina Faso), Ibrahim Maza (Algerien), Eliesse Ben Seghir (Marokko) und Christian Kofane (Kamerun) auch Exequiel Palacios und Loic Badé die Einheit.
Palacios ist dem Plan voraus
Letzterer musste lediglich krankheitsbedingt aussetzen, mit Blick auf den Wiederbeginn gegen Stuttgart am Samstag (18.30 Uhr) macht sich Hjulmand aber keine Sorgen. Dort wird Palacios noch nicht mitwirken können. Der Argentinier arbeitet nach seiner Adduktorenverletzung weiter am Comeback, absolvierte am Sonntag ein individuelles Programm. Doch sein Trainer betonte: "Es sieht sehr gut aus." Der Sechser ist dem ursprünglichen Comeback-Plan voraus, statt im Februar dürfte er noch im Januar zurückkehren.
Schon am Sonntag war dafür Ernest Poku zurück, der in Leipzig mit Oberschenkelproblemen gefehlt hatte. Der Niederländer absolvierte immerhin Teile der rund einstündigen Einheit, auch bei ihm gab Hjulmand einen positiven Ausblick. "Wir glauben, dass es möglich ist", sagte der Coach angesprochen auf einen Einsatz schon am kommenden Wochenende.
Grimaldo lässt es "ein bisschen ruhiger" angehen
Noch optimistischer war Hjulmand gar bei seinem Schlüsselspieler Alejandro Grimaldo. Er hatte gar die letzten drei Spiele verpasst, scheint seine muskulären Probleme aber über die Pause in den Griff bekommen zu haben. "Wir müssen ein bisschen aufpassen, damit es nicht wieder passiert", warnte Hjulmand zwar und erklärte damit, warum Grimaldo die ersten beiden Trainings des Jahres "ein bisschen ruhiger" angegangen war. "Jetzt geht es darum, nicht zu früh zu viel zu machen, aber wir glauben schon, dass er Samstag spielen kann."
Grimaldos Landsmann Lucas Vazquez hatte sein Comeback nach zweimonatigem Ausfall wegen muskulärer Beschwerden bereits gegen Leipzig gegeben. "Er ist fit", sagte Hjulmand zwar über den 34-Jährigen. "Aber es ist immer ein Unterschied, ob man keine Verletzung hat, bereit ist zu spielen, oder bereit zu performen." Vazquez brauche "natürlich" noch ein bisschen Zeit, um seine Bestleistung zu erreichen, doch auch bei ihm lautete das positive Fazit: "Er ist bereit, um zu spielen."
Traoré muss sich gedulden
Rund um mögliche Transfers bleibt es derweil zum Start ins Trainingsjahr 2026 still. Der einzige Neue, der bereits 2024 verpflichtete Issa Traoré, wirkte am Sonntag noch nicht mit. Der Innenverteidiger wartet auf sein Visum, anschließend könnte er ein Leih-Kandidat werden, um erstmals in seiner Karriere Spielpraxis im europäischen Profifußball zu sammeln.