Wie lief die vergangene Saison?
So gut wie noch nie seit der Fusion zwischen dem 1. FFC Frankfurt und der Eintracht. Am Ende reichte es zwar erneut "nur" zum 3. Tabellenplatz, die meiste Zeit tummelte sich die Eintracht aber auf Rang 1 oder 2. Dritter war man nur an insgesamt sechs Spieltagen - schlechter nie. Besonders auffällig: Mit 68 Toren stellte Frankfurt die mit Abstand beste Offensive. Auf Platz 2 brachte es Wolfsburg nur auf 57.
Im DFB-Pokal ging es immerhin bis ins Viertelfinale, wo nach der Verlängerung gegen den FC Bayern Endstation war (1:4).
Was war auf dem Transfermarkt los?
Dem Verlust etlicher Leistungsträgerinnen und "Gesichter des Vereins" wie Sara Doorsoun, Barbara Dunst, Sophia Kleinherne, Stina Johannes, Lara Prasnikar, Carlotta Wamser und Kapitänin Tanja Pawollek begegnet die Eintracht mit der Verpflichtung einer eigenen kleinen gemischten Nationalmannschaft.
Dazu gehören die Belgierin Jarne Teulings (23, von Feyenoord Rotterdam), die Schweizerin Noemi Ivelj (18, Grasshopper Club Zürich), die kosovarische Nationalspielerin Ereleta Memeti (26, TSG Hoffenheim), die Norwegerin Marthine Östenstad (24, SK Brann), die Schwedinnen Amanda Ilestedt (32, FC Arsenal) und Rebecka Blomqvist (27, VfL Wolfsburg), die Australierin Hayley Raso (30, Tottenham Hotspur), die Griechin Eleni Markou (30, zuletzt Union Berlin) sowie die spanische Junioren-Nationalspielerin Ainhoa Alguacil (19, Valencia CF). "Die Mischung ist superspannend. Wir haben viel Talent, Mentalität und Qualität", lobt Trainer Niko Arnautis (45) nach insgesamt zehn Zu- und elf Abgängen.
Fürs Tor wurde mit Sophia Winkler zwar ebenfalls eine Nationaltorhüterin von der SGS Essen verpflichtet, die 22-Jährige weilt nach ihrem Kreuzbandriss aber noch in der Reha. Alternativen für die ersten Pflichtspiele sind Lina Altenburg (20) und Lea Paulick (26).
Auf wen kommt es besonders an?
Durch die zahlreichen Abgänge hat die Eintracht nicht nur viel Erfahrung und Talent verloren, sondern auch jede Menge "Eintracht-DNA". Auf die routinierten Spielerinnen, die schon länger da sind, wie Kapitänin Laura Freigang, Elisa Senß, Pia-Sophie Wolter, Nicole Anyomi und Geraldine Reuteler wird es insofern besonders ankommen.
Aber auch die Lücken der Abgänge wollen geschlossen werden. Vor allem Mittelfeldakteurin Teulings und Innenverteidigerin Ilestedt wird eine wichtige Rolle zugetraut. Im Tor ruht die Hoffnung erst einmal auf Altenburg oder Paulick, ehe Winkler in die großen Fußstapfen von Johannes (zum VfL Wolfsburg) treten soll.
Mit Blick auf drei Wettbewerbe, in denen die Eintracht vertreten ist, sowie 14 statt zwölf Teams in der Liga, werden in den kommenden zahlreichen englischen Wochen aber alle Spielerinnen gebraucht.
Die kicker-Prognose
Der Umbruch ist Chance und Risiko zugleich. Nachdem die Eintracht in den vergangenen Jahren immer auf einen eingeschworenen Kern setzen konnte und diesen sukzessive verstärkt und weiterentwickelt hat, betrat man in diesem Sommer Neuland. Die Situation fördert bei der Eintracht aber auch jede Menge Aufbruchstimmung und Optimismus zutage. Mit Blick darauf und auf die Qualität im Kader dürfte Frankfurt auch in der neuen Saison wieder ganz oben in der Tabelle mitmischen.