Von der Frauen-EM aus der Schweiz berichtet Gunnar Meggers
Den trainingsfreien Nachmittag verbringt die deutsche Nationalmannschaft bei einer Bootstour auf dem Zürich See. So ein Event sei "wichtig fürs Teamgefüge", erklärt Kapitänin Giulia Gwinn. Am Vormittag hatte das deutsche Team in der Hitze von Zürich noch trainiert. 36 Grad zeigte das Thermometer am Nachmittag an. Ein Umstand, der das deutsche Team nicht davon abbringt, mit Zielstrebigkeit auf das große Ziel hinzuarbeiten. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir Großes erreichen können", verkündet Gwinn, die am Mittwoch ihren 26. Geburtstag feiert und mit 63 Länderspielen zu den erfahrenen Kräften im DFB-Team gehört.
Zu Gwinns Profi-Karriere gehören aber nicht nur große Erfolge wie die vier Meisterschaften mit dem FC Bayern und dem DFB-Pokalsieg in diesem Jahr, sondern auch Rückschläge: Zwei Kreuzbandrisse hat sie sich schon zugezogen. Sie verpasste deshalb die Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland. Aber die Rechtsverteidigerin kämpfte sich immer wieder zurück - beim FC Bayern und beim DFB. Im April 2024 wurde Gwinn von Interims-Bundestrainer Horst Hrubesch nachdem verletzungsbedingten Ausfall von Alexandra Popp zur Kapitänin befördert.
Käpitänin Gwinn will dominanten Auftritt gegen Polen
Unter Christian Wück behielt die Münchnerin die Binde und führt die deutsche Elf zum ersten Mal bei einem großen Turnier als Kapitänin aus Feld. "Das ist eine große Ehre für mich", beton Gwinn, die es "kaum erwarten kann, bis es endlich so weit ist" und die DFB-Elf ins Turnier starten kann. Am Freitag um 21 Uhr fällt in St. Gallen der Startschuss für die Mannschaft von Christian Wück. Polen ist der erste Gegner in der EM-Gruppe C. "Die Polinnen werden versuchen, uns das Leben so schwer wie möglich zu machen", prognostiziert Gwinn. "Aber wir wollen das Spiel dominieren." Und zum Auftakt die ersten drei Zähler einfahren. Am Dienstag (18 Uhr in Basel) wartet mit Dänemark der zweite Gruppengegner und am 12. Juli (21 Uhr in Zürich) trifft das deutsche Team auf Schweden.
"Wir haben eine herausragende Stimmung im Kader, sind eine Einheit geworden", berichtet Gwinn aus dem deutschen Lager. Entscheidend dazu beigetragen habe das Trainingscamp im fränkischen Herzogenaurach. Dort hatte sich die deutsche Mannschaft auch 2022 auf die EM in England vorbereitet - und zog damals ins Finale ein. Diesmal wollen die deutschen Fußballerinnen noch einen Schritt weiter gehen.