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Hallescher FC: Schröder sieht die Qualität, "jedes Spiel gewinnen zu können"

kicker

Robert Schröders erster Auftritt im neuen Job wurde direkt zu einem viralen Hit. In "perfektem Trainer-Deutsch", wie es der "MDR" zu dem Video auf Instagram schrieb, erklärte der Trainer des Halleschen FC bei seiner Präsentation, wie man in der kommenden Regionalliga-Saison tief stehende Gegner knacken möchte. "Mehr Winkel im Passspiel" brauche es dafür, sein Personal müsse die "Box fluten" und "aktives, intensives Gegenpressing" spielen, sagte der 37-Jährige. Der Clip wurde über 80.000-mal in dem sozialen Medium aufgerufen.

Die Kunst des fußballerischen Panzerknackens ist eine schwer zu erlernende. Das hat Mark Zimmermann in den vergangenen Monaten auf die harte Art erfahren. Der erfahrene Coach hatte den runderneuerten HFC nach dem Abstieg aus der 3. Liga im Sommer 2024 übernommen, wurde Vizemeister und gewann den Landespokal. Weil die spielerische Entwicklung aber ausblieb, vorwiegend gegen vermeintlich kleine Gegner, die Halle bereitwillig den Ball überlassen, verloren die Entscheider im Klub das Vertrauen, mit Zimmermann weitermachen zu wollen und trennten sich vom 51-Jährigen.

Mit Nachfolger Schröder hat Sportchef Daniel Meyer eine mutige Wahl getroffen. Der gebürtige Erfurter war in den vergangenen zehn Jahren bei Hertha Zehlendorf, jedoch nie hauptamtlich. Schröder coachte die Feierabend-Kicker zuletzt und war auch Kaderplaner des Klubs, tagsüber arbeitete er aber als Lehrer für Biologie und Sport an einer Berliner Oberschule.

„Das Spiel bleibt das gleiche. Und Druck ist immer nur eine Form der Veränderung, eine Möglichkeit für Entwicklungen.“ (Robert Schröder)

Dennoch war er es aus dem Kreis an Bewerbern für den Posten des HFC-Trainers, der die Verantwortlichen am meisten überzeugte. Mit einer tiefgreifenden Analyse der halleschen Saison, mit Ideen zur Weiterentwicklung - und mit seiner Art. "Er brennt wie eine Fackel", sagt Meyer über Schröder, der Zehlendorf 2024 zum Aufstieg in die Regionalliga und in der vergangenen souverän zum Klassenerhalt führte. Dann trat er zurück, um sich hauptberuflich im Fußball zu etablieren. Spannend: Die kleine Hertha erzielte in der abgelaufenen Runde sogar mehr Tore als der HFC.

Einen Verein mit den Ambitionen des Halleschen FC, der in die 3. Liga zurückkehren möchte, und in dem ein Trainer schnell in die Kritik und unter Druck geraten kann, hat Schröder aber bisher nicht gecoacht. Das birgt ein Risiko, das der junge Coach jedoch beiseite wischt. "Das Spiel bleibt das gleiche. Und Druck ist immer nur eine Form der Veränderung, eine Möglichkeit für Entwicklungen. Ich bin bereit, den Druck aufzunehmen", sagt der Familienvater.

Der HFC, der in der ersten DFB-Pokal-Runde den FC Augsburg um Neu-Trainer Sandro Wagner empfängt, wird auch in die kommende Regionalliga-Saison als Favorit gehen. Mit Pascal Schmedemann (Greifswald), Fatlum Elezi (Lotte) oder Malek Fakhro (Duisburg) kamen hochklassige Zugänge, mit Berk Inaler (Sandhausen) hat nur ein Stammspieler der vergangenen Saison den Klub verlassen. "Ich sehe hier die Qualität, jedes Spiel gewinnen zu können", sagt A-Lizenz-Inhaber Schröder deshalb selbstbewusst.