Aus Herthas Trainingslager in Kitzbühel berichtet Steffen Rohr
Als Stefan Leitl am frühen Freitagabend die erste Trainingseinheit im Kitzbüheler Sportstadion Langau eröffnete, goss es in Strömen. Wenige Minuten danach riss die Wolkendecke auf und die Sonne zeigte sich - wenn auch nicht durchgängig. 29 Spieler wird Herthas Tross ab dem Sonntag umfassen, wenn die Youngster Burak Özkanli und Kennet Eichhorn dazustoßen. Zuvor sind beide noch beim U-19-Sparkassen-Bundesliga-Cup in Schwäbisch Hall im Einsatz.
Nicht mit ins achttägige Camp reisten die verletzten John Anthony Brooks (kleiner Muskelfaserriss in der Wade), Pascal Klemens (Sprunggelenk-OP), Luca Schuler (Hüftverletzung) und Tim Goller (Schulter-OP). Klemens und Goller waren erst in dieser Woche operiert worden und fallen monatelang aus.
Torwartspezifisch kann Gersbeck noch nicht arbeiten
Keeper Marius Gersbeck, der im Mai an der Schulter operiert worden war, ist hingegen in Österreich dabei. Der 30-Jährige kann aktuell fußballerische Übungselemente bestreiten, aber auch in den kommenden Wochen noch kein torwartspezifisches Training. In der ersten Kitzbühel-Einheit am Freitag absolvierten Paul Seguin, Deyovaisio Zeefuik (beide nach Wadenblessuren) und Linus Gechter, der am Dienstag im Testspiel gegen Drittliga-Aufsteiger TSV Havelse (3:2) einen Schlag auf den Fuß abbekommen hatte, mit Athletiktrainer Hendrik Vieth ein individuelles Programm. Das Trio soll allerdings zeitnah ins Mannschaftstraining einsteigen.
Auch die Youngster werden Spielpraxis bekommen
Neben den Nachzüglern Eichhorn und Özkanli sind mit Mittelfeldspieler Selim Telib, Linksaußen Maik Afri Akumu und Stürmer Niklas Hildebrandt weitere Youngster an Bord. Es dürfte ziemlich sicher der jüngste Trainingslager-Kader in Herthas Historie sein: Eichhorn ist 15, Afri Akumu 16, Hildebrandt, der am Dienstag Geburtstag hatte, und Boris Mamuzah Lum sind 17, Özkanli ist 18. Spielpraxis dürften auch die Youngster hinreichend bekommen.
Für Sonntag ist ein Doppeltest - gegen Bröndby IF (13.30 Uhr, Kitzbühel) und Basaksehir FK (18.30 Uhr, Schwaz) - angesetzt. "Für mich geht es darum, dass die Jungs Spielminuten sammeln - und zwar auch über 90 Minuten. Deshalb gibt es den Doppeltest gegen zwei richtige gute Gegner", sagt Coach Leitl. "Der Sonntag wird definitiv eine Herausforderung für uns alle, weil wir zwei gleichstarke Mannschaften stellen müssen." Zum Abschluss des Trainingslagers geht es am kommenden Freitag gegen Austria Wien (Wien, 19 Uhr), tags darauf reist die Mannschaft nach Berlin zurück.