Lang war die Liste von Namen, die Claus-Dieter Wollitz zum Start der Pressekonferenz vor der Partie seiner Cottbuser gegen Viktoria Köln (Samstag, 14 Uhr, LIVE! bei kicker) herunterbetete. Ted Tattermusch, Jonas Hofman sowie Jannis Juckel werden allesamt sicher fehlen, Erik Tallig und Can Yayha Moustfa sind fraglich, Merveille Biankadi zwar mit positiven Ergebnissen von einem MRT zurückgekehrt, aber auch nicht uneingeschränkt fit.
Ausführlicher sprach Wollitz in dieser Hinsicht aber nur über Henry Rorig - und das mit gutem Grund. Dem 25-Jährigen droht ein langer Ausfall, eine Herzmuskel-Entzündung steht im Raum. Eine "Hiobsbotschaft", wie Wollitz festhielt. "Es gibt keine Freigabe aus dem Klinikum für Sport", brachte er die anwesenden Medienvertreter auf den aktuellsten Stand und kündigte ob "dementsprechender Blutwerte" an, dass ein MRT Klarheit bringen müsse: "Wenn es ums Herz geht, sollte alles ausgeschlossen werden."
Zuvor hätte der Leistungsträger (14 Drittligaspiele in der laufenden Saison) in den letzten Minuten der Landespokalpartie beim SV Babelsberg über "ein Stechen" geklagt, ehe er am Montag krankgeschrieben worden sei und sich am Dienstag herauskristallisiert hatte, "dass weitere Untersuchungen gemacht werden müssen".
Nachtschicht wirkt nach
Nahezu ausgeschlossen war in der bisherigen Trainingswoche auch das namensgebende Training. Nachdem Energie am Sonntagabend in Essen gewonnen und in den frühen Morgenstunden des Montags wieder in die Lausitz zurückgekehrt war, ordnete Wollitz Regeneration an, zu der sich lizenzseitig verpflichtende DFB-Gespräche zum Thema Spielmanipulation und Sponsorentermine gesellten. Für Wollitz nach den Strapazen des letzten Wochenendes aber kein Problem: "Ich bin überzeugt, dass es Sinn macht, die Mannschaft nicht zu belasten."
„Wenn es so kommt, werde ich das nicht dulden. Dann fahre ich mit der U 19.“ (Claus-Dieter Wollitz)
Dennoch, das betonte der 60-Jährige, werde er in Sachen Einstellung keine Versäumnisse seiner Schützlinge hinnehmen. Auch nicht vor dem Hintergrund, dass sich mit dem Jahreswechsel und zahlreichen auslaufenden Verträgen eine unschöne Regelmäßigkeit wiederholen dürfte.
"Die Berater machen ihren Job, bieten ihre Spieler an, weil von Cottbus nichts kommt", umriss Wollitz die wirtschaftliche prekäre Lage des Traditionsvereins, die den verpassten Durchmarsch in Liga 2 vergangenen Saison entscheidend mit begründet hätte. Weshalb der Routinier für sich einen klaren Schluss zog: "Wenn es so kommt, werde ich das nicht dulden. Dann fahre ich mit der U 19", wurde er deutlich und schob nach: "Ich erwarte die Einstellung, alles für diesen Klub zu tun."
Eine Frage der Physis
Geht es nach dem Cottbuser Urgestein, werden seine Schützlinge diese Einstellung am Wochenende brauchen, um gegen die Viktoria zu bestehen. Diese mache es "in ihrer Situation wirklich richtig gut", lobte Wollitz und hob die "Identität und Intensität" hervor, durch die es den Rheinländern im Sommer einmal mehr gelungen sei, auf einen personellen Aderlass zu reagieren.
Zudem werde es besonders wichtig sein, "eine gute Struktur" sowie "den Mut im Gegenpressing" zu haben. Und auch die Wellness-Woche soll ihren Teil beitragen. "Die Frage ist, ob der Körper das umsetzen kann", meinte Wollitz und schloss mit Blick auf die ruhigeren Tage: "Ich hoffe, dass es genutzt hat."