Von einem "schwarzen Tag" sprach MSV-Verteidiger Tobias Fleckstein nach Abpfiff am Mikrofon von MagentaSport. "In der ersten Halbzeit hat gar nichts gepasst. Wenn wir Pech haben, dann kassieren wir noch ein, zwei Gegentore. Das darf uns nicht passieren!", konnte sich der 26-Jährige die Duisburger Nichtleistung nicht erklären.
Als Drittliga-Spitzenreiter waren die Zebras in den Kraichgau gereist, nur um von der Hoffenheimer Zweitvertretung mit 1:4 abgefertigt zu werden. Gerade vor der Pause fiel der MSV regelrecht auseinander, kassierte drei Tore binnen neun Minuten. Der späte Ehrentreffer von Conor Noß war nicht mehr als Kosmetik bei einer verdienten Klatsche, durch die die Tabellenführung in Gefahr gerät: Energie Cottbus, der VfL Osnabrück und Rot-Weiss Essen liegen jeweils mit drei Zählern weniger hinter den Zebras.
"Unterirdische" Zweikampfquote entscheidend
MSV-Trainer Dietmar Hirsch war folglich äußerst angefressen. "Wir haben keine gute Leistung bis überhaupt nichts geboten", schimpfte der 53-Jährige, "es war die erste richtig schlechte Leistung in dieser Saison". Vor allem eines brachte den Trainer dabei auf die Palme: die "unterirdische" Zweikampfquote seines Teams. "Wir haben heute die Sportart verwechselt. Wir haben ein bisschen Basketball gespielt - körperlos", höhnte Hirsch.
„Ich verliere lieber einmal 1:4 als viermal 0:1.“ (Tobias Fleckstein)
Seine Mannschaft habe die Zweikämpfe nicht angenommen, hinzu kamen etliche individuelle Fehler, wie der Patzer von Keeper Maximilian Braune vor dem ersten Gegentor. Das seien die beiden entscheidenden Faktoren gewesen, analysierte Hirsch. Immerhin habe sein Team in der zweiten Halbzeit körperbetonter gespielt und Schadensbegrenzung betrieben. "Wir haben eine leichte Reaktion gezeigt, was nicht selbstverständlich ist, wenn du so auf die Fresse bekommst", so der MSV-Coach.
Reaktion im West-Schlager gefordert
Der Tiefpunkt der jüngsten Ergebniskrise - Duisburg hat sechs der jüngsten sieben Ligaspiele nicht gewonnen - wird die Zebras noch beschäftigen. Zwar versuchte Fleckstein, die Pleite bei der TSG ein wenig runterzuspielen. "Das kommt halt mal vor. Ich verliere lieber einmal 1:4 als viermal 0:1", so der Verteidiger. "Das müssen wir abhaken."
Doch sein Trainer wollte daran gar nicht denken. "Wir müssen Tacheles reden", mahnte Hirsch, "wir haben nächste Woche die Hütte voll, da wollen wir unser wahres Gesicht zeigen". Seine Jungs wüssten, was sie im Kraichgau nicht gut gemacht haben - "eigentlich alles", so der 53-Jährige.
Beim West-Schlager gegen Alemannia Aachen am kommenden Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) erwartet Hirsch von seinen Duisburgern daher eine Reaktion. "Und ich bin fest überzeugt, dass meine Mannschaft das auch hinbekommt."