Am Mittwoch im Heimspiel gegen den FC Villarreal möchte Bayer 04 den Einzug in die Play-offs der Champions League sichern. Aktuell rangiert der Werksklub mit neun Zählern auf Rang 20 und darf also am Mittwoch von höchstens vier Klubs überholt werden, um in die K.-o.-Runde einzuziehen. Mit einem Sieg gegen die Spanier wäre dies definitiv geschafft.
„Ich glaube, schon mit zehn Punkten haben wir eine gute Möglichkeit, den nächsten Schritt zu machen.“ (Kasper Hjulmand)
Doch ein Dreier ist nicht zwingend nötig. Dies ist auch Kasper Hjulmand bewusst, der sagt: "Ich glaube, schon mit zehn Punkten haben wir eine gute Möglichkeit, den nächsten Schritt zu machen." In der Tat müssten bei einem Leverkusener Remis von den sieben direkt hinter Bayer platzierten Klub mindestens fünf gewinnen.
Von Bayers sieben Verfolgern sind sechs in ihrer Partie eher Außenseiter
So müssten also von den Klubs AS Monaco (gegen Juventus Turin), PSV Eindhoven (gegen den FC Bayern München), Atletico Bilbao (gegen Sporting Lissabon), Olympiakos Piräus (bei Ajax Amsterdam), SSC Neapel (gegen Chelsea), FC Kopenhagen (beim FC Barcelona) und Club Brügge (gegen Olympique Marseille) fünf als Sieger vom Platz gehen, damit Bayer ein Remis nicht reicht. Bis auf Olympiakos sind alle Leverkusen-Verfolger in ihren Partien eher als Außenseiter einzustufen.
Doch damit nicht genug. Auch der Gegner FC Villarreal ist als äußerst dankbar einzustufen. Als Tabellenvierter aus der spanischen La Liga wäre "das Gelbe U-Boot" eigentlich eine wirkliche Herausforderung. Doch da das Team aus dem Osten Spaniens mit nur einem Zähler keine Chancen mehr auf die Play-offs besitzt, wird nicht die Bestbesetzung von Villarreal erwartet.
Platz 4 in La Liga brächte Villarreal viel mehr Geld als ein Sieg in Leverkusen
Wie hoch die Motivation der Spanier sein wird, bleibt also abzuwarten. Eine frühe Leverkusener Führung in Verbindung mit einem konsequenten Auftreten dürfte bei den Gästen schnell die Luft rauslassen. Animiert Bayer den Gegner nicht durch ein Geschenk und eine Gäste-Führung dazu, Punkt- und Platzierungsprämien einzufahren, sollte der Faktor Wille auch ein klarer Vorteil für den deutschen Vizemeister darstellen. Können die Spanier am Mittwoch im Erfolgsfall (bei einem Sieg und Sprung auf Platz 33) doch 3,2 Millionen Euro zusätzlich verdienen, würden im Misserfolgsfall (bei einer Niederlage und abrutschen auf Rang 36) aber nur 275.000 Euro erhalten. Im Vergleich zu den Einnahmen, die bei einer erneuten Qualifikation für die Champions League winken, stellt sich diese Differenz als relativ unbedeutend dar.
Ganz abgesehen davon, dass die Villarreal-Profis ohne jeden wirklichen Support auskommen müssen. Nur 60 (!) Fans begleiten ihr Team nach Deutschland. Der Gästeblock existiert somit nicht und bietet weiteren Bayer-Fans Platz im Stadion.
Viel günstigere Voraussetzungen für das "Endspiel" kann man sich kaum ausmalen
Betrachtet man diese Rahmenbedingungen, bekommt Bayer 04 die Play-offs auf dem Silbertablett serviert. Arg viel günstigere Voraussetzungen für ein Endspiel um den Einzug in die K.-o.-Runde der Königsklasse kann man sich kaum ausmalen. Abgesehen von der derzeit alles anderen als berauschende Verfassung der Mannschaft von Kasper Hjulmand.
Dieser gibt natürlich die Parole Sieg für die Partie aus und redet die Bedeutung der Partie, in der es für Bayer um ein Gesamtpaket von etwa 20 Millionen Euro geht, nicht ansatzweise klein. "Eines unserer Ziele für diese Saison ist es, die nächste Phase in der Champions League zu spielen", sagt Hjulmand, "deswegen ist das natürlich ein super wichtiges Spiel für uns." Bei dem Bayer die Play-offs auf dem Silbertablett serviert werden.