"Das Quäntchen Glück war heute nicht auf unserer Seite", bilanzierte ein sichtlich und selbstverständlich enttäuschter Antonio Di Salvo nach der Finalniederlage am Mikrofon bei Sat. 1. So war sich der deutsche Coach zwar bewusst, "dass wir in der ersten Halbzeit in der einen oder anderen Situation Glück gehabt haben", die bittere Erkenntnis blieb dennoch: "Der Fußballgott war heute nicht auf unserer Seite."
Das Muster ähnelte sich: Nachdem Paul Nebel in der vierten Minuten der Nachspielzeit noch an der Latte gescheitert war und den Sieg in der regulären Spielzeit damit hauchzart verpasst hatte, verzweifelte auch Merlin Röhl zum Ende der Verlängerung dramatisch am Querbalken. Nur wenige Augenblicke später beendete Schiedsrichter Sander van der Eijk die Partie - England durfte die Titelverteidigung bejubeln.
Nach 20 ungeschlagenen Spielen (17 Siege, 3 Remis) endete die deutsche Serie also zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Auf den Tag genau zwei Jahre hatte die letzte Niederlage, ein 0:2 in der EM-Gruppenphase 2023, zurückgelegen. Der Gegner damals? Ausgerechnet die Engländer.
„Ich bin mega stolz, ich bin ein stolzer Trainer einer tollen U 21.“ (Antonio Di Salvo)
Einen "Vorwurf" konnte Di Salvo seiner Mannschaft derweil "nicht machen", stattdessen überwog der Stolz über die Leistungen der vergangenen zweieinhalb Wochen: "Ich bin mega stolz, ich bin ein stolzer Trainer einer tollen U 21", so der 46-Jährige.
Die Auffassung seines Trainers teilte auch Mittelfeldmann Rocco Reitz, der ebenfalls das Auftreten im ersten Abschnitt bemängelte: "Das größte Problem war eher gegen den Ball", meinte der 23-Jährige, der zeitweise hatte mitansehen müssen, wie er und seine Teamkollegen "ein paar Mal echt vom Allerfeinsten ausgekontert" worden sind.
Auf Reitz wartet schon das nächste Highlight
Zumindest als kleine Aufmunterung diente für Reitz bereits wenige Minuten nach Abpfiff die Tatsache, welch positive Resonanz die Leistungen der DFB-Auswahl in den letzten Wochen in der Heimat hervorgerufen haben: "Natürlich haben wir das ein bisschen mitbekommen, weil wir alle natürlich die sozialen Medien ohne Ende nutzen." Dass "auch von der A-Nationalmannschaft und anderen großen Spielern" Glückwünsche entgegengebracht wurden, sei "schon beeindruckend" gewesen.
Wie lange dem Gladbacher Profi die Finalniederlage wohl noch in den Knochen hängen wird, konnte er nicht prognostizieren. Das nächste Highlight und die wohl bestmögliche Ablenkung steht zumindest schon bevor: "Meine Hochzeit wartet jetzt am Wochenende. Ich hoffe, das lenkt mich ein bisschen ab."