Nach viertem VfB-Pokalsieg
Als Sebastian Hoeneß im April 2023 den VfB Stuttgart übernahm, hätten wohl selbst die optimistischsten Fans nicht damit gerechnet, dass er die Sehnsucht nach einem Titel stillen würde. Doch genau das tat er nur etwas mehr als zwei Jahre später: Am Samstag streckte der 43-Jährige nach dem 4:2 gegen Bielefeld den DFB-Pokal gen Berliner Nachthimmel. "Wir haben Geschichte geschrieben", so Hoeneß am ZDF-Mikrofon und führte fort: "Vor zwei Jahren war es noch sehr weit weg, dass man den VfB mit einem Titel in Verbindung gebracht hat."
Im Finale konnten sich die Anhänger schon früh auf die Titelfeier vorbereiten. Denn schon nach 28 Minuten führten die Stuttgarter mit 3:0 - so schnell hatte zuvor noch kein Team in einem DFB-Pokalendspiel drei Tore erzielt. Doch in der Schlussphase nach zwei Bielefelder Toren fühlte sich - zumindest der VfB-Trainer - nicht mehr so sicher. Er habe "schon geschwitzt", verriet Hoeneß.
Generell bezeichnete er den Sieg, der gleichzeitig den Einzug in die Europa League bedeutete, aufgrund der verschiedenen Phasen als "ganz komisch". "Wir hatten Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind, dann haben wir das Spiel komplett auf unsere Seite gezogen. In der zweiten Halbzeit hatten wir die Chance, den Sack zuzumachen. Dachten auch, es sei durch - und dann geht es plötzlich wieder auf. Genau so sieht's gerade auch in mir drin aus", erklärte Hoeneß.
„Tatsächlich ist da gerade ziemlich viel Leere.“ (Sebastian Hoeneß)
Dementsprechend konnte er den vierten Pokalsieg nach 1954, 1958 und 1997 und dem ersten Titel seit der Meisterschaft 2007 des VfB noch gar nicht richtig begreifen. "Tatsächlich ist da gerade ziemlich viel Leere", erläuterte er. Ein Gefühl, das er aber spürte, war Stolz - unter anderem auf die Entwicklung. Der VfB stehe "mittlerweile für viel" und werde "positiv wahrgenommen".
Über solche ganzheitlichen Themen dürfte er während des heutigen Abends sicherlich weniger nachdenken. Wohin es ihn und sein Team noch zum Feiern zieht, wusste er allerdings selbst noch nicht - was ihm aber herzlich egal war: "Tendenziell bin ich heute für alles zu haben."