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Hoffnungsträger Beck: Jugendcoach haucht Hürth Leben ein

kicker

Klassenerhalt zum Greifen nah

Zwei Spieltage vor Schluss spitzt sich der Abstiegskampf in der Mittelrheinliga dramatisch zu. Zwei Teams - Union Schafhausen und der FV Bonn-Endenich - sind bereits abgestiegen. Sechs weitere kämpfen um den Klassenerhalt, darunter auch der FC Hürth. Noch zur Winterpause rangierte der Klub auf Platz neun, mit acht Punkten Vorsprung auf die Gefahrenzone. Inzwischen sind es nur noch zwei Zähler Vorsprung.

Verletzungsprobleme, Formschwankungen und ein Trainerwechsel mitten in der heißen Phase verschärften die Lage. Dennoch reagierte der Verein nicht mit einem typischen Reflex - sondern mit einem mutigen Signal: Statt einen erfahrenen Feuerwehrmann zu holen, beförderten die Verantwortlichen um Präsident Alfons Domma Jugendtrainer Nico Beck vorzeitig zum Chefcoach.

Der 30-jährige Sportwissenschaftler war zuvor sechs Jahre Trainer der Hürther U 19 - und sollte die erste Mannschaft eigentlich erst zur kommenden Saison übernehmen. Doch der Rücktritt von Oliver Heitmann am 6. Mai zog diesen Schritt vor. "Mein Ziel war, das Team nach der Saison zu übernehmen. Durch den Rücktritt bin ich früher reingerutscht", sagt Beck. Als früherer Spieler des FC Hürth kennt er Verein und Umfeld, musste seine aktive Laufbahn jedoch verletzungsbedingt früh beenden.

Verantwortung in doppelter Hinsicht

Jetzt trägt er Verantwortung in doppelter Hinsicht: im Endspurt mit den Senioren - und im Aufstiegskampf mit der A-Jugend in der Bezirksliga. "Zwei extreme Situationen - einmal oben, einmal unten", beschreibt er seine aktuelle Lage, die eine "große Herausforderung" sei. Da die A-Jugend meistens samstags spielt und die Senioren sonntags, klappt der Spagath. Zur neuen Saison wird er sich jedoch auf die Senioren konzentrieren. Sportlich verlief der Start unter Beck verheißungsvoll. In vier Spielen holte er acht Punkte, blieb dabei ohne Gegentor. Zuletzt gewann das Team mit 1:0 beim formstarken VfL Vichttal.

Im Training setzt Beck auf Disziplin, Einfachheit und Zusammenhalt. "Jeder muss sein Ego hinten anstellen", sagt er. "Die einfachen Dinge gut machen" Auch taktisch verfolgt er eine klare Linie: zunächst defensive Stabilität, mittelfristig mehr offensive Lösungen. "Die Defensive steht solide - jetzt wollen wir uns mit dem Ball verbessern."

Sein Vorteil: Als Gründer der Fußballschule Match Skills, die er zusammen mit Torwarttrainer Mete Balbasi betreibt, kann er sich rund um die Uhr mit Fußball befassen. Technik, Spielintelligenz und Persönlichkeitsentwicklung stehen im Zentrum seiner Arbeit - auch in Kooperationen mit Kitas und Schulen. Die Fußballschule dient dabei nicht nur der Ausbildung - sondern auch als Talentpool für den FC Hürth.

Stationen beim DFB und 1. FC Köln

Sein Netzwerk reicht über den FC Hürth hinaus: Stationen als Videoanalyst beim 1. FC Köln (U 15) und beim DFB, zudem Einsätze in der Icon League für "Two Stripes United", das Team von Weltmeister Toni Kroos und Bruder Felix: "Beiden hat man angemerkt, dass es für sie mehr ist, als montags nur just for fun vorbeizuschauen. Sie haben uns super betreut." Der Umgang sei "bodenständig und cool" gewesen, auch mit Nationalspieler Robert Andrich. Ob er weiter in der Icon League spielt, steht noch nicht fest: Das hängt stark von den zeitlichen Kapazitäten ab. Der aktuelle Fokus liegt auf der Fußballschule und dem Trainerjob beim FC Hürth." Überschneidungen wolle er dabei vermeiden.

Am Pfingstmontag (15.15 Uhr) folgt das womöglich entscheidende Spiel gegen Frechen 20. Mit einem Sieg wäre der Klassenerhalt zum Greifen nah - eine Niederlage würde neuen Druck erzeugen. Beck bleibt sachlich: "Wir wollen die drei Punkte im Salus Park lassen - dann könnte es gut aussehen"