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Huth findet eine neue, alte Position - und ist "kein Fan von Prognosen"

kicker

In einer Disziplin hat der VfL Wolfsburg schon vor der Saison den Rest der Liga abgehängt: bei der Zahl der Neuzugänge. Zwölf sind es geworden, damit hielt nach jetzigem Stand kein anderer Klub mit. Und doch standen nur deren zwei am Samstagnachmittag in Karlsruhe in der Startelf.

Gewährte der - ebenfalls neue, aber eigentlich altbekannte - Trainer Stephan Lerch beim Supercup den Neuen also eine sanfte Eingewöhnung? "Heute hätten auch andere von Anfang an spielen können", stellte er klar: "Die Qualität ist unbestritten, aber klar muss man sich Gedanken machen: 'Wie wollen wir auftreten?'"

Und da hatten die verbliebenen Leistungsträgerinnen offenbar einen Vorteil. Doch gegen den ungleich stärker besetzten FC Bayern war es bei der 2:4-Niederlage von Anfang an schwierig. In allen Belangen blieb der VfL zweiter Sieger, obwohl auch er gute Phasen hatte und sich die beiden eigenen Treffer auch verdiente. Trotz allem sprach Lerch von einem verdienten Sieg der Münchnerinnen: "Da müssen wir auch ganz offen und ehrlich sein. Man merkt, dass der FC Bayern gerade mit einem großen Selbstverständnis auftritt." Genau das habe den Wölfinnen in der ersten Halbzeit gefehlt.

Auch im Pressing sei der Vizemeister nicht so in die Zweikämpfe hineingekommen, wie er sich das vorgestellt habe. "Und dann hat der FC Bayern die Qualität, uns phasenweise laufen zu lassen. Da mussten wir einige Male leiden."

Huth von rechts über halbrechts nach links

Lerch hatte Svenja Huth auf den linken offensiven Flügel gestellt und Nationalspielerin Cora Zicai dafür von der Bank gebracht. Die vergangene Saison hatte Huth auf der halbrechten Acht verbracht, davor jahrelang verstärkt den rechten Flügel beackert. Doch die Führungsspielerin, die früher in ihrer Karriere auch links aufgelaufen war, rechtfertigte ihre Aufstellung auf neuer, alter Position mit einmal mehr viel Engagement und Fleiß.

Hinterher wehrte sie sich mit Händen und Füßen dagegen, die Bayern vorzeitig zum designierten Meister zu machen, auch wenn Teile des Umfelds der Bundesliga einen Durchmarsch des FCB vorhersagen. "Ich bin kein Fan von irgendwelchen Prognosen und ich habe schon im Vorfeld gesagt, dass heute das eine Spiel kein Fingerzeig für die gesamte Saison ist." Dafür sei die Vorbereitung mit der kompletten Mannschaft zu kurz gewesen. "Und deswegen ist es wichtig, dass wir bei uns bleiben, dass wir an uns und unsere Stärken glauben."

Huth strahlte einen gewissen Trotz aus, als sie das ganz ruhig und selbstbewusst sagte. Mit Wolfsburg soll also trotz der dominanten Münchner Vorstellung, trotz deren beeindruckender Kadertiefe trotzdem zu rechnen sein. Auch dank der zwölf Neuzugänge. "Man hat gesehen", fand Lerch, "dass wir mit den Spielerinnen, die reingekommen sind, wirklich Potenzial haben." Und dann stellte der Trainer ihnen auch gleich mehr Startelfmandate als zwei in Aussicht: "In den nächsten Wochen wird sich das relativieren."