Der Name Hübner war in den vergangenen Jahrzehnten untrennbar mit dem SV Wehen Wiesbaden verbunden. Als Spieler, Trainer und Manager prägte Bruno Hübner bis 2007 mehr als 20 Jahre lang die Geschicke des Vereins. Heute arbeitet der 64-Jährige nicht mehr in der Fußballbranche, war zuletzt Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt. Dafür haben seine Söhne ihre Spuren beim SV Wehen hinterlassen - oder tun das noch immer.
Christopher, der älteste der drei, beendete 2016 seine aktive Laufbahn, Benjamin kickte vor fast drei Jahren letztmalig für die TSG Hoffenheim und assistiert demnächst Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der Nationalmannschaft. Florian, der jüngste, kehrte 2024 nach 13 Jahren Abwesenheit zurück in die alte Heimat - und will dort nach einer von Pech geprägten Spielzeit wieder eine tragende Rolle einnehmen.
Kutschke erwischt Hübner am Knöchel - monatelange Pause
Denn er hat große Pläne. Dass es nur acht Drittliga-Einsätze wurden, war vor allem Verletzungspech geschuldet, denn am 11. Spieltag beim 1:0-Erfolg über Dresden erwischte Gegenspieler Stefan Kutschke ihn am Knöchel. Ein Bänderriss am Sprunggelenk zwang Abwehrspieler Hübner zu mehreren Monaten Pause. Als er sich wieder zurückmeldete, war aufgrund einer veränderten Taktik mit Viererkette ein Innenverteidiger weniger gefragt. "Trotzdem hat uns diese Umstellung gutgetan, weil es besser zu den Stärken der Spieler gepasst hat", freute sich Hübner über den Aufwärtstrend zum Saisonende.
Da mittlerweile 34 Jahre alt, geht der Blick öfter auch mal zurück auf eine Laufbahn, in der es nicht sprunghaft, aber stetig voranging. "Das würde ich jüngeren Spielern genauso empfehlen", erinnert er sich an seine frühen Jahre bei Borussia Dortmund II, "weil ich mich persönlich und sportlich entwickeln wollte und es mir wichtig war, dass ich auch spielen würde. Auch bei den Profis mittrainieren zu dürfen, war eine großartige Erfahrung." Weiter ging es in Sandhausen, Hannover, Berlin und Nürnberg, mit 96 gelang 2017 ebenso der Aufstieg in die Bundesliga wie mit Union zwei Jahre später.
Seine Erfahrung ist also auch in Wiesbaden gefragt, denn die Landeshauptstädter haben die 2. Liga im Blick - wenn auch angesichts der vergangenen beiden Spielzeiten nicht unbedingt kurzfristig. "Da muss vieles ineinandergreifen", sagt Hübner. Besonders der Aufstieg mit Union über die Relegation ist ihm in Erinnerung geblieben. "Wir standen unter großem Druck. Das Spiel war kaum abgepfiffen, da war mir schon der erste Fan in die Arme gelaufen."
Stöver ist von Hübner überzeugt
Hübners Gedanken gelten zwar bereits der Zukunft - selbst einmal als Trainer tätig zu werden, kann er sich vorstellen: "Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen gerne weitergeben." Zuvor aber soll es eine erfolgreichere Saison als die vergangene werden. "Denn wenn man schaut, welchen Abstand wir auf den Relegationsplatz hatten, wäre mit etwas mehr Konstanz viel mehr möglich gewesen." Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver traut ihm trotz der längeren Pause noch einiges zu: "Wir sind überzeugt, dass er wieder sein volles Leistungspotenzial abrufen wird." Und das ist, wie man in der Vergangenheit sah, nicht so schlecht.