In die Winterpause geht der HSC mit der Bilanz von zehn Niederlagen, drei Unentschieden sowie sechs Siegen - der letzte dreifache Punktgewinn liegt allerdings schon eine Weile zurück. Ende Oktober bezwang Hanau den VfB Marburg mit 2:0; danach folgten fünf Niederlagen in Serie. "Durch den Umbruch und viele Verletzungen haben wir leider nicht das erreicht, was wir uns sportlich vorgestellt haben", so der 1. Vorsitzende Okan Sari.
"Ich gehe die Aufgabe mit 100 Prozent und voller Überzeugung an. Ich brauche auf jeder Position Anführer, keine Mitläufer", sagt Dzihic. Seine neue Mannschaft bittet er am 12. Januar zum Auftakt. Zuletzt coachte der A-Lizenz-Inhaber Türk Gücü Friedberg - mit einer durchaus beeindruckenden Bilanz: Im März 2022 übernahm er den Klub in prekärer Lage; in der Folge führte er ihn nicht nur in die Spitzengruppe der Hessenliga, sondern beinahe sogar in die Regionalliga. Sowohl 2024 als auch 2025 scheiterte TGF erst in den Aufstiegspartien auf dem Weg in die Viertklassigkeit.
"Enis hat eine riesige Erfahrung und einen tollen Job in Friedberg gemacht", lobt Sari. Zunächst ist Dzihic bis zum Saisonende gebunden; angedacht ist aber eine langfristige Zusammenarbeit. Unterstützung soll er von Lukas Marburger als Assistent erhalten. Dieser zählte schon unter dem ehemaligen HSC-Coach Savas Erinc zum Trainerstab. Möglichst zeitnah will der Tabellen-14. nun den Klassenerhalt sichern und mittelfristig andere Perspektiven entwickeln: "Wir sind jetzt im dritten Jahr in Folge in der Hessenliga und wollen in den nächsten Jahren eine richtige Anlaufstelle für junge Spieler sein, Spieler entwickeln. Das kann Enis sehr gut", erklärt Sari, der auch auf die enge Kooperation mit der Stadt Hanau sowie die angestrebte Modernisierung des Herbert-Dröse-Stadions hinweist.
Nach dem großen Umbruch im Sommer sind nun zwei Abgänge bekannt: Zubayr Amiri und Julian Koch. Durchaus denkbar, aber bislang nicht spruchreif seien weitere Veränderungen in der Winterpause. "Das Ziel ist es, in dieser schwierigen Liga zu bleiben. Wir wollen in jedem Spiel Vollgas geben, um den Klassenerhalt zu schaffen - und auch in jedem Training", so Dzihic. Bei seinem neuen Klub trifft er unterdessen auf einen alten Bekannten. Aret Demir zählte einst schon bei Türk Gücü zu seinem Kader: "Vor seiner Verletzung war er für mich neben Patrick Schorr der beste Sechser der Liga. Ich freue mich darauf, wieder mit ihm zu arbeiten."
Nach dem Abschied in Friedberg - die letzte Partie unter seiner Leitung war die 0:2-Niederlage gegen den FC Gießen am 3. Spieltag dieser Saison - habe Dzihic erst einmal Abstand genommen, die ersten zwei Monate keinen Hessenliga-Sportplatz besucht - dann sei der Anruf aus Hanau gekommen. Wie blickt er auf die Jahre bei seinem Ex-Verein zurück? "Es ist immer besser, wenn andere meine Arbeit beurteilen. Aber es war eine sehr, sehr schöne und erfolgreiche Zeit. Wir haben uns jedes Jahr ein Stück verbessert." Schon bald führt ihn der Spielplan zurück an seine ehemalige Wirkungsstätte: Am 7. März gastiert der Hanauer SC bei Türk Gücü Friedberg.