Sie spielte Champions League mit Paris St. Germain, war zuvor Abwehrchefin beim SC Sand und hat 48 Spiele für die österreichische Nationalmannschaft vorzuweisen, doch im vergangenen Sommer stand Marina Georgieva plötzlich ohne Verein da. Um die 28 Jahre alte Innenverteidigerin, die einst 2017 zur U 20 von Turbine Potsdam kam und sich anschließend beim heutigen Zweitligisten von der deutsch-französischen Grenze einen Namen machte, war es zuletzt ruhig geworden. Nun hat sie mit Union Berlin einen neuen Klub gefunden.
"Der Verein steht für Leidenschaft und Zusammenhalt, diese Werte passen einfach zu mir", wird Georgieva in einer Mitteilung zitiert, die der ambitionierte Aufsteiger am Freitagnachmittag veröffentlichte. "Auch die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich überzeugt, dass hier mit einem klaren Plan und ambitionierten Zielen gearbeitet wird. Ich möchte der Mannschaft mit meiner Erfahrung weiterhelfen und die besondere Erfolgsgeschichte weiter mitgestalten."
In Florenz spielt Georgieva unter Einfluss von Schmerzmitteln
Ein "klarer Plan" hatte Georgieva zuletzt gefehlt. Von Sand aus war es für die Österreicherin 2022 zu PSG gegangen, wo sie zwar in zwei Spielen Champions-League-Luft schnuppern durfte, allerdings keine tragende Rolle spielte. Aus diesem Grund hatte sie sich nach einem Jahr in der französischen Hauptstadt für den Schritt zur Fiorentina entschieden. Dort lief es für die Innenverteidigerin wieder deutlich besser, doch ihr Abschied aus der Toskana im Sommer verlief im vergangenen Sommer unschön, wie sie kürzlich im Gespräch mit dem Kicker preisgab: Sie fühlte sich von der Fiorentina "fallen gelassen".
Grund für ihr unschönes Aus in Italien war eine langwierige Schulterverletzung, die bereits vor über einem Jahr aufgetreten war. Zunächst hatte es seitens des Klubs geheißen, sie benötige keine Operation, der sie sich aufgrund anhaltender Schmerzen im Sommer dann aber doch unterzog. "Schlussendlich hat die Fiorentina ihr Angebot zurückgezogen, nachdem sie im Winter noch unbedingt für zwei Jahre verlängern wollte", erklärte Georgieva, die "fast die gesamte Zeit mit Schmerzmitteln trainiert und gespielt" hat, dem kicker.
Georgievas Rückkehr kommt nun schneller als gedacht
Nun kehrt sie doch schneller als gedacht auf die Fußball-Bühne zurück. Hatte sie im Gespräch noch angekündigt, "erst mal vereinslos zu bleiben, keine Angebote anzunehmen und mich voll und ganz auf die Reha zu konzentrieren", haben die Köpenicker nun den Zuschlag erhalten.
"Marina bringt internationale Erfahrung, Führungsstärke und defensive Stabilität mit - Qualitäten, die unserem Team guttun werden", erklärt Jennifer Zietz, Geschäftsführerin Profifußball beim FCU. "Wir freuen uns, dass sie sich für Union entschieden hat und unseren Weg mitgehen möchte."