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In Neumarkt stimmt das Fundament nicht nur auf dem Platz

kicker

Anfang Mai verkündete der ASV Neumarkt die Trennung von Trainer Jochen Strobel trotz vorheriger Vertragsverlängerung. Die Aufregung war danach groß - und sportlich ging mit drei Niederlagen zum Abschluss nicht mehr viel. Weil der Klassenerhalt jedoch schon vorab fix war, lag die Hauptaufgabe der Verantwortlichen im kurzfristigen Auffinden eines adäquaten Trainers.

Die Wahl fiel durchaus überraschend auf Sven Zurawka, der in der vergangenen Saison zwar in der Bayernliga coachte - allerdings in der Südstaffel beim TSV Rain/Lech. Nach einer ersten Kontaktaufnahme über den ehemaligen Sportlichen Leiter Zurawkas war die Entscheidung pro Neumarkt für den Übungsleiter trotz langer Anfahrt dann aber schnell getroffen, weil sportliche Perspektive und Infrastruktur überzeugten: "Hier haben wir einen Trainingsplatz für uns und können in Ruhe eine Einheit vorbereiten und anschließend durchziehen - dieses Drumherum war für mich ebenso entscheidend", erläutert der neue Coach.

Gutes Fundament für neuen Ansatz

Also folgte für den 29-Jährigen der Sprung in den Norden, wobei Zurawka bisher keine großen Unterschiede zwischen beiden Ligen ausmachen konnte: "Im Süden hat man eine Übermannschaft mit Pipinsried, im Norden ist es dagegen in der Spitze sehr ausgeglichen. In der Stärke der Mannschaften schenken sich beide Ligen aus meiner Sicht nichts: Die Teams haben oft viel Erfahrung und sind zweikampfstarke und eingeschworene Truppen."

Dazu zählt auch der ASV Neumarkt, den das neue Trainerteam "kameradschaftlich völlig intakt" vorfand. Gute Voraussetzungen also, um das eigene Konzept umzusetzen. Das lautet: ein geordnetes Spiel mit dem Ball, mit einem klaren Aufbau und spielerischen Lösungen auf dem Weg nach vorn. Um die Truppe mit dem neuen Ansatz nicht zu überfordern, ging es zunächst allerdings um das Schaffen eines "gesunden Fundaments" im Sinne einer defensiven Stabilität. "Anfangs waren noch einige wilde Aktionen dabei, sodass wir ein oder zwei Anpassungen vorgenommen haben. Die haben gefruchtet - von daher ist hier der aktuelle Stand völlig in Ordnung", sieht der Übungsleiter die Basis für die nächsten Schritte geschaffen.

Klare Anforderungen für die nächsten Schritte

Essenziell ist die Verbesserung des eigenen Spiels mit dem Ball - daneben hat der Trainer in der Frühphase der Saison zwei weitere Faktoren ausgemacht. "Einerseits müssen wir die Konzentration durchweg aufrechterhalten - aktuell haben wir noch Phasen im Spiel, bei denen wir gefühlt unseren Kopf ausschalten", denkt der 29-Jährige unter anderem an die Partie gegen Bamberg (3:2), als es zur Pause torlos remis stand und mahnt, "da sind uns einige Dinge passiert durch die du in der Bayernliga schnell mal 0:3 hinten liegen kannst." Besser lief es gegen den Regionalliga-Absteiger dagegen in Halbzeit zwei - unter anderem durch den dritten Faktor: "Vorn haben wir derzeit eine enorme Zielstrebigkeit. Die gilt es beizubehalten", setzt der Coach auf seine Offensivreihe.

Gerade die Dreierreihe aus Selim Mjaki, Morris Adelabu und Maximlian Bergler habe derzeit einen Lauf, verrichte gleichzeitig jedoch "auch brutale Arbeit gegen den Ball". Jene Gier sei sinnbildlich für die gesamte Mannschaft, betont der Übungsleiter: "Wir haben keinen Stinkstiefel dabei, stattdessen ziehen alle an einem Strang und geben Vollgas. In acht Wochen hatten wir beispielsweise lediglich zwei Trainingsabsagen aus privaten Gründen. Da macht es natürlich unglaublich viel Spaß, ein Training vorzubereiten."

Gelungener Saisonstart macht Lust auf mehr

Doch letztendlich ist es die Kunst im Fußball, Trainingsleistungen gleichermaßen am Wochenende auf den Platz zu bringen. Und bisher spiegelte sich der Eifer von Trainerteam und Mannschaft tatsächlich ebenso in den Ergebnissen wider. "Die Tabelle ist jedoch erst nach etwa zwölf Spielen aussagekräftig", schiebt Zurawka das Tableau noch beiseite, freut sich insbesondere nach dem deutlichen Abstieg mit Rain/Lech im vergangenen aber natürlich über die ersten Früchte der geleisteten Arbeit: "Das tut uns allen gut - vor allem, weil wir eine gewisse Distanz nach unten aufbauen können."

Dabei hatte die Saison mit der Niederlage bei Fortuna Regensburg (1:3) und einem frühen Gegentor nach einem Sonntagsschuss denkbar unglücklich angefangen. "Direkt nach dem Treffer dachte ich schon: Boah, geht das schon wieder los?", schmunzelt der 29-Jährige. Bisher blieb der Auftritt bei den Regensburgern allerdings die einzige Niederlage - daher kann der eigene Blick erstmal nach oben gerichtet werden: Mit drei Heimsiegen in Serie gegen die hoch eingeschätzten Teams aus Neudrossenfeld, Ingolstadt II und Bamberg ließ der ASV zuletzt aufhorchen. Dabei ist der gemeinsame Weg noch keineswegs zu Ende und so stellt sich unweigerlich die Frage: Wohin kann die Reise der ASV Neumarkt in dieser Saison führen?