Am Mittwoch schlug der VfL Wolfsburg in der achten Minute der Nachspielzeit zu, am Donnerstag zog der FC Bayern in der 90.+4 Minute nach: Die deutschen Champions-League-Teilnehmer haben mit Glück ihre Positionen in der Tabelle verbessert. Mehr als der Zeitpunkt der Treffer erhitzte beim Münchner 2:1 über Juventus Turin aber die Gültigkeit des Siegtreffers die Gemüter.
Der VAR sah den Ball knapp über der Linie, nachdem Lea Schüller diesen an Torhüterin Pauline Peyraud-Magnin vorbeigespitzelt hatte und Mathilde Harviken klären wollte. Auf den TV-Bildern war die Szene nicht aufzulösen. "Mein erster Eindruck: Es war ein Tor", sagte Bayern-Coach José Barcala. Die betreffende Minute habe sich "stressig" angefühlt, aber "zum Glück mit Happy End". Auf der Seite von Juventus sah man das naturgemäß anders.
"Ich habe die Szene in der vergangenen halben Stunde 30-mal gezeigt bekommen und kann immer noch nicht sagen, ob der Ball drin war oder nicht", polterte Trainer Massimiliano Canzi. "Niemand konnte mir sagen, wer genau diese Entscheidung getroffen hat und die Verantwortung dafür trägt. Ich bin wirklich sauer gerade."
Er sage "nicht, dass Bayern unverdient gewonnen" habe: "Sie hatten mehr Chancen als wir." Aber das Zustandekommen mit diesem Vielleicht-Tor brachte den 59-Jährigen auf die Palme. "Wir hätten gern eine Torlinientechnik. Und wir verdienen die gleiche Technik, wie die Männer sie haben."
Schüller, Alara und Oberdorf begannen wieder auf der Bank
Bislang allerdings gibt es eine solche Technik in der Women's Champions League nicht. Dort schoben sich die Bayern tabellarisch vorerst auf Rang 11 vor und machten das blamable 1:7 gegen Tabellenführer Barcelona in der Vorwoche zumindest ein kleines Stück weit vergessen.
Barcala hatte den gleichen zehn Feldspielerinnen wie beim 3:1-Sieg am vergangenen Wochenende im Bundesliga-Topspiel beim VfL Wolfsburg vertraut. "Wir haben etwas Müdigkeit gespürt", gab der Spanier zu. Aber wegen der Verletzungen sei es schwierig gewesen zu rotieren.
Unter anderem Carolin Simon, Jovana Damnjanovic, Sarah Zadrazil und Vanessa Gilles fehlen dem Meister derzeit. Dazu kam zuletzt Stammtorhüterin Ena Mahmutovic, die mit ihrer Sprunggelenksverletzung den einzigen Wechsel in Barcalas Elf verursachte: Maria Luisa Grohs stand zwischen den Pfosten. Für namhafte Profis wie Schüller, Alara und Lena Oberdorf blieb also einmal mehr zunächst nur die Bank.
Am Freitagabend kommunizierten die Bayern dann den nächsten Ausfall: Arianna Caruso, die Mitte der zweiten Halbzeit nach einem Zweikampf unglücklich gefallen war, erlitt eine nicht näher spezifizierte Schulterverletzung, die voraussichtlich drei bis vier Wochen Pause verursacht-