Acht Tore in zwölf Spielen mit der spanischen U-21-Nationalmannschaft, zuvor drei Tore in zehn Spielen für die englische U 20. In der Premier League 2, der Nachwuchsliga auf der Insel, kam er auf 17 Treffer in 28 Spielen, in der vergangenen Saison stand er 39-mal in der Championship für Leeds United auf dem Rasen, sammelte immerhin drei Treffer und vier Vorlagen. Mit erst 21 Jahren gehört Mateo Joseph sicherlich zu den vielversprechendsten Offensiv-Talenten im Kader des Premier-League-Aufsteigers.
Nur vermutlich nicht mehr lange. Während das Team des deutschen Cheftrainers Daniel Farke in Deutschland im Trainingslager weilt und am Dienstag ein Testspiel gegen den SC Verl mit 4:1 gewann, fehlt von Joseph jede Spur. Der Grund ist simpel: Der bei Espanyol Barcelona ausgebildete Spanier - dank seines englischen Vaters besitzt er die doppelte Staatsbürgerschaft - will wechseln, am liebsten zurück in die Heimat.
"Er kam zu mir und bat um eine neue Herausforderung", erklärte Farke nun. "Er würde gerne wechseln. Er hat zudem angedeutet, dass er einen Wechsel nach Spanien bevorzugen würde aufgrund seiner spanischen Wurzeln." Zuletzt wurde Real Betis mit Joseph in Verbindung gebracht, im Winter hatte Leeds ein Angebot der Andalusier in Höhe von gut 11,5 Millionen Euro abgelehnt.
Farke will Joseph keine Steine in den Weg legen
"Wir haben viel in ihn investiert - Zeit, Geld und Rückhalt", führte Farke weiter aus. Joseph schloss sich bereits im Sommer 2022 dem Nachwuchs von Leeds United an. "Er hat einen langfristigen Vertrag und wir schätzen ihn sehr. Ansonsten hätte er nicht gespielt."
In der Aufstiegssaison stand Joseph 39-mal auf dem Platz, immerhin elfmal von Beginn an. Insbesondere gegen Ende der Saison musste er sich allerdings mit Kurzeinsätzen hinter dem gesetzten Championship-Toptorjäger Joel Piroe (19 Treffer) oder teils auch hinter dem erfahrenen Backup Patrick Bamford zufriedengeben. Nun ist unter anderem auch Nmecha neu im Team, gegen Verl durfte der 26-jährige Hamburger direkt seinen ersten Treffer im Leeds-Trikot bejubeln.
Etwas widerwillig meinte Farke zwar auch, dass er dem abwanderungswilligen Joseph nicht im Weg stehen werde. Aber: "Zur Wahrheit gehört auch, dass kein Klub unsere Ablösevorstellungen bisher erfüllen konnte." Daher gingen Farke und die Verantwortlichen davon aus, dass Joseph mit dem Team ins Trainingslager reisen würde. "Er hat gesagt, dass er sich für den Trip nach Stockholm nicht bereit fühle. Das habe ich akzeptiert, da er später mit dem Training begonnen hatte", meint Farke mit Bezug auf Josephs Extraurlaub nach der Teilnahme an der U-21-EM. "Danach sagte er mir, dass er sich nicht für die Freundschaftsspiele in Deutschland bereit fühle."
„Das ist keine Situation, die mir gefällt.“ (Leeds-Trainer Daniel Farke)
"Das ist keine Situation, die mir gefällt", stellte Farke klar. "Ich habe mich ehrlich mit ihm unterhalten und ihm nachdrücklich empfohlen, sich professionell zu verhalten. Aber er meinte, dass er nicht in der mentalen Verfassung sei, zu spielen."
Dem Trainer sind damit die Hände gebunden, wie er zugab. "Was soll ich tun? Ich kann nicht die Polizei rufen und ihn auf das Trainingsgelände zerren lassen. Das war seine Entscheidung." Die vermutlich noch weiteren Wirbel nach sich ziehen wird, sofern nicht bald eine Lösung im Wechseldrama gefunden wird.