Im letzten Testspiel vor dem Saisonstart setzte die Bochumer U 21 ein deutliches Ausrufezeichen. Beim 4:0 (2:0) gegen den ambitionierten Oberligisten SpVg Schonnebeck dominierte das Team über weite Strecken. Für Heiko Butscher war jedoch weniger das Ergebnis als die Art des Auftritts entscheidend: "Mir ist wichtig, dass wir unsere Spielidee schon in der Vorbereitung auf den Platz bringen - und das haben die Jungs heute sehr gut umgesetzt."
Besonders spürbar ist der Qualitätsschub in der Defensive: In acht Vorbereitungsspielen kassierte die Mannschaft lediglich sechs Gegentore. "Defensivarbeit beginnt bei uns vorn und endet hinten - jeder trägt seinen Teil bei", erklärt Butscher. "Wir haben klare Zonen, in denen wir Bälle erobern wollen - das setzen die Jungs sehr konsequent um."
Rückkehrer Hartwig überzeugt
Im Angriff rückte vor allem Rückkehrer Luis Hartwig in den Fokus. Der vom MSV Duisburg ausgeliehene Stürmer traf gegen Schonnebeck doppelt - darunter per Strafstoß zum 3:0 - und kommt nach der Vorbereitung auf starke acht Tore.
Für Butscher ist Hartwig jedoch mehr als nur ein Torjäger: "Natürlich wird ein Stürmer an seinen Treffern gemessen. Aber für mich zählt der Gesamtwert für die Mannschaft. Luis kann mehrere Positionen spielen - das sieht man, und genau das macht ihn so wichtig für unser Spiel."
Auch Neuzugang Jonathan Akaegbobi wusste früh zu überzeugen. Der ehemalige Wolfsburger, zuletzt Kapitän der dortigen U 19, erzielte bereits in der 5. Minute das 1:0 - sein zweiter Treffer der Vorbereitung. Butscher lobt die Dynamik und Effizienz des 19-Jährigen: "Man sieht, dass er viel im One-Touch spielt, einen guten Abschluss mitbringt und konsequent den ersten Pfosten attackiert - das ist schwer zu verteidigen." Trotz kurzer Eingewöhnungszeit sei sein Entwicklungsstand bereits vielversprechend: "Dafür sieht das schon wirklich gut aus."
Heuser macht Fortschritte
Die Vorbereitung hat gezeigt: Einen sicheren Stammplatz gibt es in Bochums U 21 kaum noch. Ein besonders positives Beispiel für die Entwicklung im Team ist Ben Heuser. Nach schwierigen Monaten präsentierte sich der Mittelfeldspieler stark verbessert. "Ben hat sich sehr viel vorgenommen - und das sieht man. Er hat einen großen Schritt gemacht und sich dem Konkurrenzkampf gestellt", lobt Butscher.
Doch auch andere Spieler dürfen sich Hoffnungen machen. Niemand sei abgeschrieben, betont der VfL-Coach - das gelte auch für Niklas Jahn und Lennart Koerdt. Falls sie sich für einen Wechsel entscheiden, würde der Verein ihnen jedoch keine Steine in den Weg legen. Offen bleibt auch die Torhüterfrage. Der mit einem Profivertrag ausgestattete Hugo Rölleke könnte zwar weiterhin die Nummer 1 sein - allerdings nur, wenn er nicht im Bundesliga-Kader gebraucht wird. Um die vakante Position dahinter bewerben sich die Neuzugänge Finn Kotyrba, Benjamin Bußmann und Jeremias Heufken.
Ein weiteres Augenmerk gilt Neuzugang Jaden Korzynietz. Der 21-jährige Linksverteidiger liefert sich mit dem erfahrenen Nicolas Abdat einen spannenden Konkurrenzkampf. Korzynietz, Sohn des ehemaligen Bundesligaprofis Bernd Korzynietz, war lange verletzt und befindet sich noch im Aufbau. "Er integriert sich immer besser", so Butscher. Der gebürtige Bochumer wurde unter anderem bei Wattenscheid 09 und Borussia Dortmund ausgebildet.
Direkt zum Auftakt wartet ein echter Prüfstein: Am Samstag (14 Uhr) ist der Bonner SC an der Castroper Straße zu Gast. Butscher warnt vor dem Gegner: "Das ist eine sehr gut organisierte Mannschaft. Man darf die Liga nicht unterschätzen - uns stehen richtig starke Teams gegenüber."