Jonas Stephan konnte wenig Hoffnung verbreiten. "Giovanna hat heute trainiert", erzählt der Trainer von RB Leipzig, "sie hatte hinterher aber kein Top-Gefühl." Bedeutet wohl: Nationalspielerin Giovanna Hoffmann wird voraussichtlich auch im zweiten Saisonspiel ausfallen. Die 26-Jährige hat Probleme mit dem Fuß. Zumindest einen Einsatz in der Startelf am Sonntag (14 Uhr) gegen Meister Bayern München schloss der Trainer aus. Eine Entscheidung, ob die Stürmerin im Kader stehen kann, fällt nach dem Abschlusstraining am Samstag.
Hoffmanns Ausfall gegen die Bayern würde die Leipzigerinnen hart treffen. Sie war in der vergangenen Saison beste RB-Torschützin (elf Treffer), konnte im Juli bei der Europameisterschaft in der Schweiz dank ihres couragierten Auftretens viele Pluspunkte sammeln und löste nach den drei Gruppenspielen Bayerns Torjägerin Lea Schüller im Sturmzentrum ab.
Starke übernimmt die Kapitänsbinde
Am vergangenen Samstag beim ersten Saisonspiel in Köln fehlte Hoffmann auch schon verletzungsbedingt. RB konnte den Ausfall aber gut kompensieren, gewann durch Tore von Marleen Schimmer und Sandra Starke mit 2:0. Starke teilt sich die bei den Leipzigerinnen gleichberechtigt das Kapitänsamt mit Hoffmann. Am Sonntag wird Starke die Binde tragen, obwohl sie laut Absprache in den Auswärtsspielen die Mannschaft aufs Feld führen soll. Aber da Hoffmann nicht in der Startelf auflaufen kann, übernimmt die routinierte Ex-Nationalspielerin Starke (32), die vor zwei Jahren vom VfL Wolfsburg zu RB wechselte, den Job im Spitzenduell des zweiten Bundesliga-Spieltags.
Für die Partie gegen den Doublesieger zieht RB vom kleinen Stadion am Cottaweg (2015 Plätze) in die benachbarte Red Bull Arena um. Rund 10000 Zuschauer werden dort am Sonntagnachmittag zum Spiel gegen den Meister erwartet. "Das ist eine coole Bühne mit einem coolen Gegner", betont Starke. "Einige werden auch nervös sein. Wir haben aber eine Mannschaft, die die Großen ärgern will, machen uns nicht in die Hosen. Wir haben alle Lust auf das Spiel." Für Jonas Stephan ist es primär wichtig, "den Bayern über das gesamte Spiel Paroli zu bieten, perfekt zu verteidigen und sie zu nerven." Klar ist für ihn: "Wir werden das Spiel auf jeden Fall mutig angehen".