Die Fans in Barcelona warteten sehnsüchtig auf die Ankunft eines neuen Offensivspielers. Doch die präferierte Option, die da Nico Williams hieß, zerschlug sich bekanntlich. Mit Roony Bardghji präsentierten die Katalanen nun einen Angreifer, der allerdings auch unabhängig vom spanischen Europameister verpflichtet worden wäre.
Der erst 19-jährige Rechtsaußen kommt vom FC Kopenhagen (84 Pflichtspiele, 15 Tore, ein Assist) und kostet die Katalanen nach übereinstimmenden Medienberichten lediglich zwei bis drei Millionen Euro. Beim amtierenden spanischen Meister erhält er einen Vertrag bis Sommer 2029.
Damit ist der in Kuwait geborene, mit einem schwedischen Pass ausgestattete Linksfuß mit einer Größe von nur 1,73 Metern, der bereits am Sonntag mit den neuen Kollegen trainiert hatte, kein typischer Barcelona-Transfer. Über 26 Millionen Euro gaben die Katalanen jüngst für ihren neuen Keeper Joan Garcia aus, 62 Millionen Euro wollte der spanische Meister entrichten, um Nico Williams aus seinem Vertrag in Bilbao herauszukaufen. Sofortverstärkungen für hohe Summen waren in den vergangenen Jahren eher an der Tagesordnung.
Doch den Weg des Flügelspielers, der unter anderem mit Lamine Yamal konkurrieren muss, verfolgten sie in Barcelona schon länger. Im Dezember 2023 geriet Bardghji erstmals in den Fokus, weil er auch in der Champions League mit Kopenhagen für Furore gesorgt hatte. Eine erste Kontaktaufnahme fand statt.
Die Dänen setzten Bardghji dem Vernehmen nach in der Folge unter Druck, seinen Ende 2025 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Weil dieser sich anders entschied, wurde er in drei der fünf restlichen Saisonspiele 2023/24 erst gar nicht eingewechselt.
Elf Monate verletzt
Bardghji und Kopenhagen rauften sich noch einmal zusammen. Das Talent allerdings zog sich eine schwere Knieverletzung zu, die es elf Monate aus dem Verkehr zog. Erst am 31. März 2025 feierte der schwedische Juniorennationalspieler seine Rückkehr auf den Rasen. Was er in der Folge zeigte, reichte Barcelona, um in diesem Sommer einen neuen Vorstoß zu wagen. Diesmal mit Erfolg.
Weil jüngst auch Mallorca und Porto angeklopft haben sollen, machte Sportdirektor Deco Ernst. Große Überzeugungskraft brauchte er bei Bardghji allerdings nicht - dieser macht in den sozialen Medien keinen Hehl daraus, schon als Kind Anhänger des FC Barcelona gewesen zu sein.