Von der Klub-WM aus Miami, Florida, berichtet Georg Holzner
Am Samstag traf sich die FIFA-Elite mit nur wenigen weltweit ausgewählten Journalisten, um die Gruppenphase dieser Klub-Weltmeisterschaft zu analysieren. Dabei ging es im Verbands-Hotel, im Norden Miami-Beachs, als die Wolken aufzogen und die Möven die Krümelreste von der Terrasse stibitzen, um die Eindrücke und Tatsachen der ersten Phase dieses neu installierten Turniers.
Trainer-Legende Arsene Wenger und Sommermärchen-Coach Jürgen Klinsmann waren unter anderem mit dabei, als in North Miami Beach, im Hotel-Zimmer für Fußball-Entwicklung über die Eindrücke und Fakten dieser Klub-Weltmeisterschaft diskutiert wurde. Mit spannenden Daten: So nehmen 142 Spieler aus Brasilien teil, unter anderem von Flamengo, dem Achtelfinalgegner der Bayern - es folgen Profis aus Argentinien (104). Keine Länder stellen mehr Spieler ab.
Klinsmann: "Das Spiel gegen Benfica hat gar keinen Einfluss"
Entsprechend darf von einem Flamengo-Heimspiel im Achtelfinale in Miami ausgegangen werden. "Das ist ein Topspiel", sagt Ex-FCB-Coach Jürgen Klinsmann, der von 2008 bis 2009 die Bayern trainierte, im Gespräch mit dem kicker: "Flamengo hat uns alle beeindruckt als wahrscheinlich bislang beste brasilianische Mannschaft." Was auch daran liegt, wie Wenger betonte, dass Flamengo aufgrund seines Trainers Luis Filipe, der in Europa spielte, sich auf den ihm anvertrauten Fußball ausrichtet. Ein Grund des bisherigen Erfolgs. Aber auch gegen den deutschen Rekordmeister?
"Bayern nimmt das Turnier richtig ernst", sagt Klinsmann, "mit einer Top-Einstellung, mit einer Spielfreude und dem Willen, das Turnier zu gewinnen. Und das ist natürlich kein Zuckerschlecken. Natürlich drücke ich den Bayern die Daumen." Ebenso den Dortmundern, die erst am Mittwoch, 3 Uhr, deutscher Zeit, gegen CF Monterrey ranmüssen. Bei den Bayern aber geht es schon jetzt an diesem Sonntag, 22 Uhr MESZ, gegen Flamengo um den Einzug ins Viertelfinale.
"Das Spiel gegen Benfica (0:1) hat gar keinen Einfluss", ist sich Klinsmann sicher: "Ich habe das Spiel gesehen, da wurden die Bayern kalt erwischt. Sie hatten trotzdem ein gutes Spiel gemacht, gedrückt, da lag es nicht an der Einstellung. Sie konnten es einfach nicht in Tore ummünzen. Alle drei Auftritte waren sehr gut von den Bayern. Sie sind mit so viel Erfahrung bestückt, dass sie wissen, dass es im Achtelfinale erst losgeht. Jetzt geht das Turnier erst los, ich bin guter Dinge für sie. Ich sehe ihren Auftritt bislang total positiv."