Eine vorprogrammierte Niederlage? Böse Zungen würden behaupten, dass es so kommen musste. Der Club hat 0:1 in Elversberg verloren und damit erneut den Saisonauftakt in den Sand gesetzt - zum vierten Mal am Stück. Das passierte dem FCN zuvor noch nie in Liga zwei.
Vorboten für den misslungenen Start in den Ligabetrieb gab es aber zuhauf. Die schlechte Vorbereitung ist sicherlich ein Grund, der noch nicht fertiggestellte Kader auch. Die Startelf formierte sich von selbst, lediglich im Angriff war noch offen, ob Mickael Biron oder Semir Telalovic neben dem 17-jährigen Artem Stepanov stürmen würde.
Biron mit unglücklichem Auftritt
Kloses Wahl fiel auf Biron; dessen Auftritt offenbarte allerdings, dass es noch viel zu tun gibt beim Zugang aus Martinique. Immer wieder versprang dem wendigen Angreifer der Ball, auch Fehlpässe schlichen sich hier und da ein. Nicht nur Biron, sondern auch der Rest der Nürnberger Mannschaft wusste am Samstag nicht zu überzeugen, höchstens phasenweise.
"Wir müssen kaltschnäuziger werden. Wir schießen zu selten aufs Tor", lauteten Kloses Kritikpunkte am Sky-Mikrofon, die der 47-Jährige auf der Pressekonferenz noch ein bisschen ausführte: "Wir sind nie wirklich gefährlich zum Abschluss gekommen. Da noch mal ein Trick, da noch mal aufziehen und einen anderen Mitspieler finden." Kurz gesagt: Zu oft wirkte das Spiel unnötig kompliziert - statt Trick und Querpass hätte es manchmal der einfache Abschluss getan.
So reichte die Leistung beim neu aufgestellten Relegationsverlierer aus Elversberg nicht, um zu punkten. Mit Ausnahme der ersten halben Stunde, in der der Club dynamisch agiert und zielstrebig nach vorne gespielt hatte, war es ein schwacher Auftritt.
Janischs "Naivität" als Schlüsselmoment
Dazu gesellte sich "Naivität", wie Miroslav Klose den Schlüsselmoment beschreibt. Den Eckstoß, den Elversberg zur späten Führung nutzte, hätte es nämlich nicht geben müssen. Tim Janisch aber ließ bei seiner vorangegangen Klärungsaktion eben "Naivität" anstelle von Erfahrung walten, was einem 19-jährigen Abwehrspieler nicht zu verübeln ist, aber natürlich dennoch Klärungsbedarf verursacht.
"Das ist halt die Naivität, die wir haben. Da muss in der 90. Minute der Ball auf die Tribüne, die es hier nicht gibt, einfach auf die Baustelle", lautete Kloses Lösungsvorschlag. Dass obendrauf noch der Elfmeter in der Nachspielzeit nach einem VAR-Eingriff zu einem Freistoß korrigiert worden war, sorgte endgültig für den bitteren Beigeschmack der Nürnberger Niederlage. Die Schuld jedoch beim Schiedsrichter zu suchen, "wird sicherlich nicht so sein", versicherte Klose.
Schließlich ist es Fakt, dass der Zupfer von Jan Gyamerah gegen Rafael Lubach außerhalb des Strafraums stattgefunden hat.
Die Niederlage in Elversberg hat einmal mehr herausgestellt, was der 1. FC Nürnberg dringend benötigt: externe Verstärkungen, die einerseits sofort weiterhelfen und andererseits Erfahrung mitbringen.