"Wir wollen das Spiel gewinnen", sagte Niko Kovac vor dem Heimspiel gegen Inter Mailand am Mittwoch (LIVE! ab 21 Uhr bei kicker) und stellte klar: "Was dann unter dem Strich herauskommt, werden wir sehen. Wir können nur das beeinflussen, was hier passiert. Wir wollen gewinnen, um eine gute Ausgangsposition für die eventuelle Zwischenrunde auch zu haben."
"Dieses Team ist mehr oder weniger über Jahre zusammen. Jeder weiß, was der andere macht", stellte der BVB-Coach fest und lobte, dass die Nerazzurri unter Trainer Cristian Chivu ein "sehr dynamisches und modernes Inter" geworden sind. Auch warnte er vor dem Konterspiel der Mailänder. "Wir spielen gegen eine richtig klasse Mannschaft, die in den letzten drei Jahren zweimal im Finale stand. Das ist alles andere als leicht."
Als Schlüssel zum Erfolg sieht Kovac einen guten Mix aus Offensive und Defensive - wohl aber mit etwas mehr Fokus auf die Abwehr, denn "gerade international ist es von großer Bedeutung, dass du kompakt stehst und dem Gegner keine Chancen gibst. Auch du wirst nicht allzu viele Chancen bekommen, weil der Gegner auch eine Qualität hat." Für Kovac ist klar: "Wir dürfen nicht naiv sein. Auf der anderen Seite sind wirklich gute Fußballer unterwegs."
Auffällige Diskrepanz
Auffällig bei den Schwarz-Gelben ist die Diskrepanz bei den Gegentoren zwischen Bundesliga und Champions League. So steht die Borussia in der Liga bei 17 Gegentoren und zehn Zu-Null-Spielen in 19 Partien, in der Königsklasse sind es indes 15 Gegentore in nur sieben Spielen. "Das muss man dann auch in Relation setzen", sagte Kovac dazu. Er betonte, dass "die Qualität in der Champions League sicherlich eine sehr gute" sei und verwies auf Juventus Turin (4:4) und Manchester City (1:4), gegen die man gespielt habe und die mit "Top-Spielern" gespickt seien. Ein ähnliches Kaliber sei dann auch Inter Mailand.
Gregor Kobel ist dennoch nicht angst und bange. "Inter ist ein sehr starker Gegner, aber wir wissen, was wir leisten können - gerade zu Hause", sagte der Torhüter und kündigte an: " Es geht darum, dort weiterzumachen, wo wir in der Bundesliga aufgehört haben. Mit Kampf, Leidenschaft und Energie verteidigen, um uns eine gute Ausgangslage zu verschaffen."
Kovac hofft dabei auch auf die eigenen Fans, die den Signal-Iduna-Park wie schon so oft in der Vergangenheit in einen Hexenkessel verwandeln sollen. "Klar, wir wollen auch nach vorne spielen und das Publikum auf unsere Seite bekommen", so Kovac: "Wenn wir das schaffen, und davon gehe ich aus, dann ist in diesem Stadion gegen diesen wirklich sehr guten Gegner vieles möglich."
Personell kann Kovac defensiv nicht aus dem Vollen schöpfen, da Marcel Sabitzer (Wadenprobleme), Niklas Süle (Rücken) und Daniel Svensson (Rotsperre) fehlen. "Wir werden schon dezimiert sein", merkte Kovac an, "aber wir haben weiterhin einen sehr guten Kader und werden morgen genug gute Spieler im Kader haben."
Mit Blick auf den durchaus überraschenden und emotionalen Abgang von Aaron Anselmino äußerte sich Kovac auch dazu, ob er denn jetzt in der Defensive Bedarf für Neuverpflichtungen sehen würde. "Ich habe genügend Innenverteidiger", sagte der 54-Jährige deutlich und verwies dabei auf Ramy Bensebaini, Nico Schlotterbeck und auch Emre Can, der sich "wieder auf einem sehr guten Weg" befinden würde.
Kovac lobt Manes Entwicklung
Und dann sei da auch noch Filippo Mane, "wo ich keine Probleme habe, auf ihn zu setzen". Der Italiener hatte am Samstag bei Union Berlin erstmals seit September ein paar Minuten gesammelt. "Das war auch eine Anerkennung für das, was er in der zweiten Mannschaft geleistet hat, beziehungsweise tagtäglich zeigt", erläuterte Kovac und lobte die Entwicklung des 20-Jährigen. "Das Training ist das eine, aber die Spielminuten, egal ob in der 4. Liga in der 2. Mannschaft oder in der italienischen U 21, sind wichtige Minuten, die man bekommen und nutzen muss. Das hat er getan, er hat sich entwickelt. Er entwickelt sich in die richtige Richtung."
Der Coach meinte auch, dass man schauen werde, "inwieweit wir ihm mehr Minuten geben können", verwies dabei aber auch auf die Konkurrenz innerhalb des Kaders. "Da muss er sich durchsetzen. Da geht’s nicht darum, ob er jung, alt, groß oder klein ist, sondern es geht immer um Qualität." Ob Mane gegen Inter Spielzeit erhalten wird, bleibt abzuwarten. Süle wird es jedenfalls sicher nicht. Dessen Ausfall müsse aber kompensiert werden. So verwies Kovac auf das Gastspiel bei Tottenham Hotspur (0:2). "In London hatten wir sozusagen sieben Innenverteidiger für drei Positionen, jetzt sind es nicht mehr sieben, sondern fünf, aber auch das muss reichen."