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"Können mit erhobenem Haupt nach Hause fahren"

kicker

Red Bull Salzburg hat das Abenteuer Klub-WM gegen Champions-League-Rekordsieger Real Madrid mit einer erwartbaren Niederlage beendet. Für die Bullen ist das 0:3 aber zugleich der Start in eine neue Ära, in der Salzburg die nationale Dominanz zurückerlangen möchte. Aus Sicht von Trainer Thomas Letsch waren die USA jedenfalls eine Reise wert - nicht nur aufgrund der ungewöhnlichen Umstände beim neu aus der Taufe gehobenen Megaturnier.

"Wir können mit erhobenem Haupt nach Hause fahren. Insgesamt haben wir ein gutes Turnier gespielt", resümierte Letsch nach einem 2:1 über den mexikanischen Vertreter Pachuca, dem 0:0 gegen Al Hilal aus Saudi-Arabien und schließlich dem 0:3 gegen Real, das immerhin angenehmer ausfiel als die 1:5-Abfuhr im vergangenen Jänner in der Königsklasse. Eine echte Chance hatten die Salzburger trotz engagierter Vorstellung in der zweiten Hälftenie.

"Wirklich gute zweite Hälfte"

"In der ersten Hälfte waren wir zu passiv, waren nicht stark und mutig genug, um sie hoch zu attackieren und haben unsere Bälle zu früh verloren", meinte Letsch, dessen Team dem Gegner zwar kaum Lücken bot, gegen die Offensivwucht von Vinicius Junior, dem "Mann des Spiels", aber letztlich machtlos war. Einmal traf der Brasilianer selbst, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte assistierte der 24-Jährige dann noch Federico Valverde. "Real hat uns gezeigt, was Abschlussqualität ist", stellte Letsch nüchtern fest.

Zumindest nach dem Seitenwechsel bekam Letsch offensiv von seiner Truppe mehr geboten. Sicher hatte das auch damit zu tun, dass der Gegner beim zweiten Sieg unter Neo-Trainer Xabi Alonso schon in den Verwaltungsmodus schaltete. In der zweiten Hälfte sei man "ein bisschen nachlässig" geworden, befand etwa Vinicius. Für Letsch, der gegen Real den an der Wade angeschlagenen Mads Bidstrup im Mittelfeld durch Mamady Diambou ersetzen musste, stand fest: "Wir haben eine wirklich gute zweite Hälfte gespielt."

Gerade zwei zur Pause eingewechselte Kicker setzten Akzente. Bald nach Wiederbeginn assistierte Maurits Kjaergaard Adam Daghim, der Goalie Thibaut Courtois zu einer Parade zwang, danach bediente Daghim seinen dänischen Landsmann, der über das Tor schoss. Nicht nur, dass Kjaergaard nach seiner achtmonatigen Zwangspause wie schon gegen Al Hilal Schwung hineinbrachte, ist für Letsch erfreulich. "Wir haben einen Pulk an Spielerin, die das Potenzial haben, zu starten", hatte er bereits vor wenigen Tagen konstatiert.

Fast 14 Mio. Euro und Selbstvertrauen im Gepäck

Schlussendlich setzte sich freilich die größere Klasse von Real durch, auch Pachuca konnte im Parallelspiel keine Schützenhilfe leisten. Al Hilal gewann mit 2:0 und schnappte den Bullen das Achtelfinalduell mit Manchester City um Ex-Coach Pep Lijnders weg. Das hätte zudem weitere 7,5 Mio. Dollar (6,54 Mio. Euro) an Prämien gebracht, so beträgt die "Aufwandsentschädigung" aber auch noch stattliche 13,61 Mio. Euro.

Aus den USA bringt Salzburg aber nicht nur ein dickes Börserl mit. "Wir können viele Dinge mitnehmen", betonte Letsch. "Wenn wir mutig sind, wenn wir uns an unseren Plan halten, wenn wir hoch attackieren und in Ballbesitz ruhig bleiben, dann ist es auch möglich, gegen Real Chancen herauszuspielen. Dieses Selbstvertrauen sollten wir mitnehmen", stellte der 56-Jährige klar. Ähnlich positiv vernahm sich Sportdirektor Rouven Schröder: "Auch wenn wir ausgeschieden sind, können wir ein Stück weit stolz sein. Wir waren konkurrenzfähig, waren heiß. Eine Mannschaft wächst hier neu zusammen."

Knapp ein Monat bleibt seiner Truppe noch, ehe es am alten Kontinent ernst wird. Am 23. Juni fällt in der zweiten CL-Qualifikationsrunde mit dem Auswärtsspiel gegen Norwegens Vizemeister Brann Bergen der Startschuss.