Mit einer Quote von nur 44,6 Prozent ist RB Leipzig nach vier Spieltagen laut Opta die zweikampfschwächste Mannschaft in der Frauen-Bundesliga - fast zehn Prozentpunkte hinter der TSG Hoffenheim, die dieses Ranking anführt. RB-Trainer Jonas Stephan hat das nun zum Anlass genommen, einen ungewöhnlichen internen Wettbewerb auszurufen.
"Diese Woche ist eine spezielle Woche", erklärte Stephan vor dem Gastspiel beim 1. FC Nürnberg am Sonntag (16 Uhr), "wir nennen sie 'combat week'." Was es mit dieser "Kampfwoche" auf sich hat: "Wir werten in der gesamten Trainingswoche die Eins-gegen-eins-Situationen aus, weil wir am Sonntag eine Wildcard für unsere Startformation vergeben. Das heißt, die Spielerin, die die meisten Eins-gegen-eins-Duelle gewinnt, wird am Sonntag in der Startelf stehen."
Im Nürnberger Max-Morlock-Stadion geht es für die Leipzigerinnen darum, den Turnaround zu schaffen. Dem 2:0-Auftaktsieg beim 1. FC Köln waren Niederlagen gegen Meister Bayern München (0:3), bei Eintracht Frankfurt (3:4) und gegen den Hamburger SV (0:1) gefolgt. Aufsteiger FCN hat zwar noch gar nicht gewonnen, liegt aber nur einen Punkt hinter RB.
Die neue Challenge zeigt bereits Wirkung
"Wir sind mit unserer Zweikampfstatistik nicht zufrieden, haben es zwar gegen Hamburg geschafft, das etwas nach oben zu korrigieren. Trotzdem war es etwas, das wir mitnehmen wollten, was wir fokussieren wollten", begründet Stephan seine ungewöhnliche Maßnahme, die nach DFB-Pokal-Pflichtsieg bei der SG Andernach am Sonntag (7:0) entstanden ist.
Auch am Sonntag wird es auf die Zweikämpfe ankommen. "Mit ihrer Fünferkette haben die Nürnbergerinnen in der Bundesliga bereits Mannschaften vor Probleme gestellt", warnt Stephan, für den sich die neue Challenge schon jetzt ausgezahlt hat: Stand Donnerstag seien in der Top 10 beim internen Eins-gegen-eins "ein, zwei Mädels dabei, wo man sieht, dass sie fleißig und griffig sind. Darum geht es auch am Ende."
Man darf gespannt sein, wie vor dem Spiel in Nürnberg die Startelf und danach die Zweikampfstatistik aussieht. Vor dem Spieltag liegt der FCN mit einer Quote von 49 Prozent auf dem achten Platz.