383 Mitglieder erschienen am Freitag zur Mitgliederversammlung des FC Energie Cottbus. Gut investierte Zeit, wie sich im Verlauf der inhaltlich prall gefüllten Zusammenkunft herauskristallisieren sollte, bei der ein ganz wesentlicher Aspekt fehlte: Der Jahresabschluss 2024/25, den Energie laut Präsident Sebastian Lemke wegen Personalwechseln in der Buchhaltung nicht mehr hatte finalisieren können.
Für Lemke ein "peinlicher" Fauxpas, der den FCE-Verantwortlichen speziell daher gewurmt haben dürfte, dass es eigentlich erfreuliche Nachrichten zu verkünden gab. Ein leicht positives Ergebnis erwarte den Traditionsverein finanziell - "vorbehaltlich der letzten Arbeiten am Jahresabschluss". Diese solle nun ein Wirtschaftsprüfer vornehmen, um in zwei bis drei Wochen endgültige Ergebnisse zu haben.
FCE und Wollitz "gehen gemeinsam in die Zukunft"
Mitverantwortlich für dieses Ergebnis ist auch das sportliche Abschneiden der Lausitzer. Als Regionalliga-Aufsteiger verpasste Energie in der abgelaufenen Spielzeit knapp den Durchmarsch in Liga 2. Ein Ausdruck der starken Arbeit von Trainer Claus-Dieter Wollitz, der sich daher - wie auch sein Co-Trainer Tobias Röder - über eine Vertragsverlängerung freuen darf, die der Klub auf rbb-Nachfrage bestätigte. Die Laufzeit der neuen Kontrakte ist derweil unklar. "Sie gehen mit uns gemeinsam in die Zukunft" zitiert die Lausitzer Rundschau Lemke.
Nach drei Jahren: Macron nicht mehr Ausrüster
Klar ist derweil, dass ein anderer Vertrag in Cottbus nicht verlängert wird. Nach drei Jahren trennen sich die Wege des FC Energie und seines aktuellen Ausrüsters Macron. Die Lieferschwierigkeiten, die Lemke im Zuge der Bekanntmachung zugab, seien jedoch nicht für die Trennung von dem Sportartikelhersteller aus Valsamoggia (Italien) verantwortlich. Stattdessen gebe es eine attraktive Alternative, angesichts derer Lemke festhielt, dass der Verein "Großartiges" vorhabe. Wovon die Fans sich im Rahmen des 60. Vereinsgeburtstags am 31. Januar 2026 überzeugen können sollen.
„Dieses Stadion und dieses ganze Gelände hat mit Profifußball nichts mehr zu tun.“ (Sebastian Lemke)
Weniger erfreulich bleibt derweil die Situation rund um das Energie Stadion. Die Sanierung der Spielstätte ist längst überfällig, für die 2. Liga käme das Stadion in seiner aktuellen Verfassung nicht infrage, selbst ein Betrieb in Liga 3 ist auf Sicht nicht garantiert. "Es ist fünf nach zwölf", bekräftigte Lemke die Dringlichkeit der Modernisierung daher und wurde auf Nachfrage noch deutlicher: "Dieses Stadion und dieses ganze Gelände hat mit Profifußball nichts mehr zu tun."
Im Zuge seiner Ausführungen kam der FCE-Präsident auch auf die Brandenburger Landesregierung zu sprechen. Diese hatte dem Verein bereits nach der Feststellung des Sanierungsbedarfs im Februar Mittel in Aussicht gestellt, die im Zuge der Verabschiedung des Doppelhaushalts für 2025 und 2026 im Juni offiziell bestätigt wurden.
Dauerthema Stadion: Landeshilfen stehen aus
Angekommen ist von den Hilfen in einer Gesamthöhe von zwei Millionen Euro allerdings noch nichts. Bürokratische Hürden hätten dafür gesorgt, dass dem Verein erst im September mitgeteilt worden sei, wie die Mittel abgerufen werden könnten. Alle bisherigen Arbeiten hätten die Lausitzer daher vorgestreckt.
Für Lemke eine frustrierende Situation, angesichts der er sarkastisch "Grüße nach Potsdam" schickte und ob der städtischen Unterstützung von Liga-Konkurrent Osnabrück "endlich ein klares Bekenntnis zum Fußballstandort Cottbus" forderte. Aktuell sei Brandenburg schließlich "das einzige Bundesland, was kein eigenes zweitligataugliches Stadion hat". Ein weiterhin omnipräsentes Problem, arbeitet der Tabellenzweite der 3. Liga doch mit allen Mitteln daran, dass Brandenburg zeitnah zumindest einen Zweitligisten vorzuweisen hat - dem dann jedoch die Spielstätte fehlen würde.