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Lieber hoch fliegen statt tief fallen

kicker

Der Begriff "Trainerbeben" greift bei diesem Wechsel noch zu kurz - was Dietmar Kühbauer mit seinem Schritt vom WAC zum LASK lostritt, ist ein Beben mit Nachhall. Der ganz normale Wahnsinn an einem Donnerstag, an dem Österreichs Nationalteam um die erste WM-Teilnahme seit fast drei Jahrzehnten kämpft. Doch so kurios der Wechsel auch anmutet, nachvollziehbar ist er allemal.

Den Wolfsberger AC hat Kühbauer zum ersten großen Titel der Vereinsgeschichte geführt. Dem Triumph im ÖFB-Cup hätte "Don Didi" beinahe noch den Meisterteller folgen lassen. Am letzten Spieltag krönte sich dann aber doch wieder der SK Sturm zum rot-weiß-roten Champion. Auch in der laufenden Spielzeit führte Kühbauer seine Mannschaft wieder weit nach oben. Nach neun Spieltagen lacht man von Rang zwei, auf Tabellenführer Sturm fehlt bloß ein Punkt. Im Lavanttal genießt der Burgenländer längst Legendenstatus. Fraglich nur, wie lange Kühbauers Höhenflug bei den Wölfen noch angehalten hätte. Denn je höher der Flug, desto härter der mögliche Aufprall - und in Wolfsberg gab es sportlich kaum mehr Luft nach oben.

Tief gefallen ist in dieser Saison der LASK. Haben die Linzer Anfang Juni noch um einen Europacup-Startplatz gekämpft, stecken sie nach einem Horror-Start im Herbst im Tabellenkeller. Rang elf und nur zwei Punkte Vorsprung auf Schlusslicht GAK. Und das mit einem nagelneuen Stadion und einem Budget, von dem viele Klubs - zum Beispiel auch der WAC - nur träumen können.

Zweite Amtszeit

Beim LASK kann Kühbauer eigentlich nur gewinnen, denn: Viel tiefer als aktuell können die Linzer kaum mehr fallen. Und dass Kühbauer die Athletiker zu alter Stärke führen kann, hat er während seiner ersten Amtszeit in der Saison 2022/23 bewiesen. Als er damals übernahm, taumelte der Klub im unteren Play-off vor sich hin. Als er ging, beendete der LASK die Saison als dritte Kraft im Land. Seit Kühbauer hat auch kein Linzer Trainer - Interimscoach Maximilian Ritscher ausgenommen - seinen Punkteschnitt von 1,73 übertreffen können.

So bizarr diese Trainerrochade auch ist - es ist ein Schritt, der bei näherer Betrachtung mehr Sinn ergibt, als man zunächst meinen möchte. Kühbauer habe sich bewusst für eine Herausforderung entschieden und will den LASK wieder dorthin führen, "wo er hingehört". Kühbauer geht dorthin, wo er etwas retten kann - und dorthin, wo er dringend gebraucht wird.