Neues Arbeitspapier bis 2027
Mit Roberto Pätzold holte sich Bayer 04 Leverkusen im vergangenen Sommer einen Trainer an die Seitenlinie, der zuvor noch keine Erfahrungen im Frauenfußball gesammelt hatte. Der Pro-Lizenz-Inhaber war in der 2. Liga Österreichs für Admira Wacker, in der Regionalliga Bayern für Eintracht Bamberg, bei den Profis (2. Bundesliga) und im NLZ des FC Ingolstadt, in der Jugend des Hamburger SV sowie als DFB-Stützpunktkoordinator aktiv gewesen. Doch auch ohne Vorerfahrung in der Frauen-Bundesliga erwies sich die Zusammenarbeit mit dem gebürtigen Berliner als Volltreffer - und wird folglich bis 2027 verlängert.
Anlaufzeit brauchte der 45-Jährige bei seiner neuen Aufgabe keine. Von den ersten 14 Pflichtspielen - das annullierte Spiel in Freiburg ausgeklammert - wurden elf gewonnen, zweimal gab es ein Unentschieden und nur gegen die späteren Meister aus München musste sich die Werkself knapp geschlagen geben (2:3).
„Dass wir bis zum vorletzten Spieltag im Rennen um die Champions-League-Plätze waren, ist ein großartiger Erfolg.“ (Thomas Eichin)
Nach zwölf Spieltagen in der Liga war die Werkself punktgleich, aber mit der schlechteren Tordifferenz hinter Frankfurt und Bayern Dritter, ehe eine kleine Schwächephase - inklusive Pokal-Aus gegen Finalist Bremen (0:1) - folgte. So zogen in der Liga auch die Wolfsburgerinnen vorbei. Und dennoch: "Dass wir bis zum vorletzten Spieltag im Rennen um die Champions-League-Plätze waren, ist ein großartiger Erfolg", lobte Thomas Eichin, Direktor Lizenz, die Arbeit Pätzolds, dessen Team letztlich sieben Punkte hinter dem Platz zur CL-Qualifikation ins Ziel lief.
Für die Leverkusener ist es eine historische Spielzeit. Seit Beginn der Bundesliga-Zugehörigkeit 2010, die nur 2017/18 mit einem Zweitliga-Jahr unterbrochen wurde, sind sowohl 43 Punkte als auch 13 Saisonsiege und Platz 4 in der Abschlusstabelle absoluter Bestwert. "Das Team hat auch dank des klaren Spielkonzepts unsere Erwartungen übertroffen, viele Spielerinnen haben den nächsten Schritt in ihrer Karriere gemacht", hob Eichin die "sehr gute" Entwicklung unter Pätzold hervor. "Daran wollen wir gemeinsam anknüpfen und den eingeschlagenen Weg mit diesem Trainer langfristig weitergehen."
Pätzold blickt in Richtung Spitzentrio
Pätzold bedankte sich in der Pressemitteilung für das Vertrauen und die "große Wertschätzung für meine Arbeit und meine Art und Weise als Trainer", die ihm in Leverkusen entgegengebracht werde. "Die Perspektive im Klub ist spannend und herausfordernd. Ich freue mich sehr darauf, weiterhin an unseren gemeinsamen ehrgeizigen Zielsetzungen zu arbeiten." Dazu gehöre es, "die erbrachten Leistungen und Ergebnisse zu bestätigen und uns eine Kontinuität und Stabilität zu erarbeiten, die uns konkurrenzfähig mit den Teams sein lässt, die aktuell noch vor uns stehen".