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"Meisterschaft ist ein Marathon": Bocholt sucht Gier und langen Atem für die Jubiläumswoche

kicker

Für den Traditionsverein 1. FC Bocholt beginnt mit dem Gastspiel in der Regionalliga West am Samstag, 14 Uhr, bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf eine richtungweisende Jubiläumswoche. Ehe am Samstag, 23. August, nach dem Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des SC Paderborn 07 das 125-jährige Vereinsbestehen groß gefeiert wird, steht zuvor am Mittwoch, 20. August, auch noch das Erstrundenspiel im Niederrheinpokal beim Essener Landesligisten DJK Sportfreunde Katernberg auf dem Programm.

Um bei den Jubiläumsfeierlichkeiten möglichst für beste Stimmung zu sorgen, wollen die Westmünsterländer bis dahin nicht nur die Pflichtaufgabe im Pokalwettbewerb lösen, sondern sich auch durch weitere Erfolgserlebnisse in der Meisterschaft in der Spitzengruppe der Liga festsetzen.

Die Zwischenbilanz nach den ersten drei Spieltagen fällt durchaus positiv aus. Dank der beiden Heimsiege gegen die U 21 des 1. FC Köln (3:0) und gegen den SC Wiedenbrück (4:0) grüßen die Bocholter von Platz 4 und stellen mit insgesamt zehn erzielten Treffern auch den gefährlichsten Angriff. Das Problem: Sämtliche sechs Gegentore kassierte die Mannschaft von Teamchef und Sport-Geschäftsführer Christopher Schorch (36) in einer Partie, unterlag beim aktuellen Vizemeister FC Gütersloh nach einer turbulenten Partie 3:6.

„Da fehlte mir die Gier, das eigene Tor auch nach Standardsituationen bestmöglich zu verteidigen.“ (Christopher Schorch)

Nach diesem Auftritt hatte der Ex-Profi zur "schonungslosen Analyse" angesetzt und seinen Spielern die Patzer genau vor Augen geführt. "Allein drei Treffer fielen nach Einwürfen, das darf uns einfach nicht passieren", so Schorch. "Da fehlte mir die Gier, das eigene Tor auch nach Standardsituationen bestmöglich zu verteidigen", betonte der frühere Abwehrspieler. "Da erwarte ich eine ganz andere Einstellung."

Erste Fortschritte waren gegen Wiedenbrück schon erkennbar, wenn auch nicht über die kompletten 90 Minuten. "In einigen Szenen vor der Pause musste unser Torhüter Lucas Fox mögliche Gegentore verhindern, war jeweils gut auf dem Posten", lobte Christopher Schorch den 24-jährigen Schlussmann, der zum Kader der Nationalmannschaft von Luxemburg gehört. Damit sammelte Fox weitere Pluspunkte als Nummer 1 und könnte damit auch die Diskussionen um die zusätzliche Verpflichtung eines Torwarts eingedämmt haben. Schließlich fällt Neuzugang Paul Grave (24/vom VfL Bochum) mit einem Meniskusriss noch für einige Monate aus.

Weitere Transfers nicht ausgeschlossen

Teamchef Schorch lässt sich alle Optionen offen, will weitere Transfers trotz des recht großen Kaders "nicht komplett ausschließen". Wahrscheinlicher ist allerdings, dass der Verein nur dann noch einmal tätig wird, wenn sich jemand verändern will, um mehr Spielzeit zu bekommen.

„In dieser Liga überrascht mich gar nichts mehr.“ (Christopher Schorch)

Dass der nächste Gegner aus Düsseldorf, der in der abgelaufenen Saison lange Zeit im unteren Tabellendrittel zu finden war, bei sieben von neun möglichen Punkten noch unbesiegt ist und zuletzt dem Bocholt-Bezwinger FC Gütersloh die erste Niederlage beigebracht hat, ist für Christopher Schorch alles andere als eine Sensation. "In dieser Liga überrascht mich gar nichts mehr. Es kann wirklich jeder jeden besiegen", betont der frühere Bundesliga-Profi: "Umso wichtiger ist es, konstant seine Leistung auf den Platz zu bringen. Die Meisterschaft ist ein Marathon, da kommt es auf den langen Atem an."

Personell hat Schorch nur wenig Sorgen. Lediglich Mittelfeldspieler Maximilian Jansen (32) hat nach wie vor mit den Folgen seiner Knie-Operation zu kämpfen. Nachdem er schon wieder in das Training eingestiegen war, gab es einen Rückschlag. Nun soll der Ex-Homburger behutsam an das Team herangeführt werden.