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"Mir ist vor Halle überhaupt nicht bange": Erfurt wartet mit breiter Brust auf das Topspiel

kicker

Noch bevor der erste Ball in der Regionalliga rollte, hatte der Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt ein gutes Gefühl. "Der Spirit in der Mannschaft erinnert mich an die vergangene Saison", sagte Fabian Gerber unmittelbar vor dem Punktspielstart. Nun, nach drei Begegnungen, sieht er sich bestätigt. "Ich bin mega stolz und muss meinen Spielern ein Kompliment machen", erklärte der Ex-Bundesligaprofi angesichts von drei Siegen und Tabellenplatz 2.

Zufrieden machte ihn vor allem die Tatsache, wie die Erfolge zustande kamen. Gegen Luckenwalde behielt Erfurt die Geduld und holte sich beim 2:1 mit späten Toren die drei Punkte. Beim turbulenten 3:2 gegen den BFC Dynamo traf Erfurt erst in der fünften Minute der Nachspielzeit zum Sieg. Mit dem gleichen Resultat rang Rot-Weiß zuletzt Greifswald nieder (3:2), obwohl die Mannschaft nach zwei Platzverweisen die letzten 23 Minuten mit acht Feldspielern auskommen musste.

Großes Selbstbewusstsein - Wolf und Aboagye gesperrt

Wie groß das Selbstbewusstsein der Spieler ist, untermauert Maxime Awoudja mit seiner Einschätzung zur aktuellen Lage. Zwar werden im Topduell am 23. August gegen Spitzenreiter Hallescher FC die gesperrten Leistungsträger Marco Wolf und Phillip Aboagye fehlen.

"Doch wir haben gute Jungs auf der Bank, die reinkommen und Spiele entscheiden können. Deshalb ist mir vor Halle überhaupt nicht bange", sagte der 27-Jährige, der zuletzt den verletzten Kapitän Til Schwarz als Erfurter Spielführer auf dem Platz vertrat.

„Wir haben noch nicht die Qualität, dass wir beständig an der Spitze mitspielen können.“ (Rot-Weiß-Geschäftsführer Franz Gerber)

Auch Rot-Weiß-Geschäftsführer Franz Gerber sprach nach dem perfekten Saisonstart von einem tollen Moment und kündigte an, dass man wohl noch einige Spitzenklubs ärgern werde. Reif für den Titel sieht er seinen Kader trotz der neun Punkte nach drei Spielen allerdings noch nicht: "Wir haben noch nicht die Qualität, dass wir beständig an der Spitze mitspielen können. Viele junge Spieler in unserem Kader sind noch nicht so stabil."

Als Beweis führte er das Auswärtsspiel beim BFC Dynamo an. Nach einer schwachen ersten Halbzeit legte Erfurt zwar vor und führte mit 2:0. Danach verspielte die Mannschaft aber den Vorsprung. "Da war plötzlich eine wahnsinnige Unsicherheit zu spüren. Es kam plötzlich Unruhe auf, es herrschte Unordnung im Spiel. Daran sieht man, dass wir noch nicht gefestigt sind", sagte Gerber. Immerhin habe man bei den Berlinern mit Glück und Moral doch noch den Sieg erzwungen.

Defizite in der Defensive

Der Freude im Erfurter Lager über die drei Siege stehen zudem noch deutliche Schwächen in der Defensive entgegen. In den ersten drei Partien kassierte Rot-Weiß schon fünf Treffer und blieb in keinem Spiel ohne Gegentor. Gerade bei Eckbällen des Gegners stimmte die Zuordnung nicht. Dabei zeigte Schlussmann Lorenz Otto jedes Mal eine starke Leistung und bewahrte seine Elf damit vor weiterem Ungemach.

Dennoch ist die Euphorie in Erfurt riesig. Für das Regionalliga-Spitzenspiel gegen Halle erwartet der Klub mehr als 10.000 Zuschauer. Obwohl der FC Rot-Weiß wegen der Sperren gegen Wolf und Aboagye erstmals in dieser Saison mit einer veränderten Startelf antreten muss, sieht Franz Gerber seine Mannschaft nicht chancenlos und setzt auch auf seinen Sohn Fabian als kreativen Trainer: "Er ist ja immer für eine Überraschung gut."