Fehlercode: %{errorCode}

Mit hochkarätigen Neuen und "dreckigen Siegen": Pipinsrieder Aufstiegsträume

kicker

Fragte man die Trainer vor dem Start der Bayernliga Süd nach dem Titelfavoriten, lautete der genannte Verein stets gleich: FC Pipinsried. Die Oberbayern hatten ihren Kader schon im Winter 2025 mit zwei ehemaligen Profis verstärkt - und nun im Sommer nachgelegt: Mit Max Dombrowka (185 Spiele in der dritten Liga für Haching und Meppen) und Tobias Schröck (u.a. 68 Zweitligaeinsätze für Würzburg und Ingolstadt) schlossen sich dem FCP erneut hochkarätige Neuzugänge an. Die logische Folge: Für die Konkurrenz ist der Club aus dem Landkreis Dachau nördlich von München der Aufstiegsfavorit schlechthin.

"Dass es insbesondere durch die Verpflichtungen von Schröck und Dombrowka von außen den Eindruck macht, dass wir unbedingt aufsteigen wollen, war uns schon bewusst", äußert sich der sportliche Leiter Johannes Müller wenig überrascht zur externen Wahrnehmung, "allerdings darf man nicht vergessen, dass wir mit Stefan Ilic, Michael Bachhuber und Wiggerl Räuber auch einige Stammspieler verloren haben." Zudem sind die weiteren Neuzugänge keineswegs nur gestandene Ex-Profis: Es kamen Benedikt Wiegert (Gilching) und Jaroud Kanze (Burghausen), mit Dominik Neisser und Thomas Wolf (eigene Jugend) stießen zwei letztjährige A-Jugendspieler zum Kader, zudem wechselte mit Maxi Schmidt (Ehekirchen) ein vielversprechender Akteur aus der Landesliga zum Bayernligisten.

Findungsphase abgeschlossen

Und doch wehrt sich der FCP nicht gegen die Stimmen von außen: "Wir konnten vor eineinhalb Jahren den sportlichen Negativtrend im Verein stoppen und befinden uns seitdem regelmäßig unter den Top-5. Dennoch wissen wir, wo wir herkommen und müssen nicht unbedingt hoch, sind aber schon ambitioniert", fasst Müller die Herangehensweise zusammen. Gleichzeitig wären andere Worte nach Platz vier im Vorjahr wohl auch wenig glaubwürdig. Schon da schnupperten die Oberbayern an der Rückkehr in die Regionalliga, mussten nach drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen allerdings dem punktgleichen SV Erlbach den Vortritt in der Aufstiegsrelegation lassen.

Ähnlich holprig verlief der Start in die neue Saison - nach acht Partien hatte die Elf von Trainer Sepp Steinberger lediglich drei Siege und ebenso viele Niederlagen gesammelt. Ein klarer Fall von hoch geträumt und tief gefallen? Keineswegs, erklärt der sportliche Leiter: "Einerseits haben wir im Pokal mehrere Runden überstanden und hatten dadurch einige englischen Wochen und personelle Wechsel. Andererseits war der Kader erst gegen Ende der Vorbereitung komplett: Schröck und Dombrowka sind spät zu uns gestoßen, zudem waren Felix Popp und Jonas Lindner anfangs nur teilweise verfügbar. Wir wussten daher, dass es etwas dauert, bis wir uns finden."

Jene Findungsphase ist nun jedoch abgeschlossen: Mit dem ehemaligen Bamberger Regionalligaspieler Popp und Schröck in der Innenverteidigung sowie Lindner (kam von Türkgücü München) und Alexander Lungwitz auf der Sechs steht die Zentrale mittlerweile. "Das tut uns richtig gut. Das Zentrum ist im Fußball auf Sicht das Entscheidende - und hier bildet sich bei uns gerade eine neue Achse", freut sich Müller über den gelungenen Entwicklungsprozess der vergangenen Wochen.

Dreckige Siege auf dem Weg zur Spitze

Diese Fortschritte lassen sich ebenso in der Statistik erkennen: Kassierte die Truppe in den ersten acht Begegnungen der Saison noch fast zwei Treffer pro Partie, kam in den letzten Wochen nur noch ein weiteres Gegentor hinzu. "Die letzten Spiele haben wir vor allem durch gute Defensivarbeit gewonnen", lobt der Funktionär, weiß zugleich jedoch, dass noch nicht alles rund läuft: "Spielerisch war es, insbesondere im letzten Drittel, zuletzt ausbaufähig. Gerade nach dem Seitenwechsel hatten wir zu wenig Entlastung."

Trotz schwächerer zweiter Halbzeiten war die Punkteausbeute letztendlich zufriedenstellend - auch das ist eben ein Merkmal einer Spitzenmannschaft. Jene "dreckigen Siege" in Kottern und Gundelfingen seien Partien gewesen, die man im Vorjahr häufig nicht gewonnen habe.

Doch die mannschaftliche Geschlossenheit stimmt derzeit beim FCP, der unter anderem geschlossen auf der Wiesn vertreten war. Dieser Zusammenhalt stimmt Müller positiv: "Mit vielen neuen Spielern ist schon immer erstmal eine gewisse Gefahr da, ob alles gut zusammenpasst. Aber da läuft es bisher sehr gut. Die Jungs sind charakterlich einwandfrei." Die Basis für eine noch erfolgreichere Saison als 2024/25 ist somit gelegt - wie stabil das Pipinsrieder Mannschaftskonstrukt bereits ist, zeigt sich nun bei schlechter werdenden Platzverhältnissen im vollgepackten Herbstprogramm.