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Mit viel deutscher Unterstützung: Euphorie in St. Gallen nach starkem Saisonstart

kicker

Erwartet worden war der Abgang von Willem Geubbels seit Wochen, am Sonntag kam die Vollzugsmeldung. Für rund neun Millionen Euro wechselte der französische Stürmer, einst in Monaco als Nachfolger von Kylian Mbappé gehypt, vom FC St. Gallen zu Ligue-1-Aufsteiger Paris FC - wobei Monaco an der Ablösesumme partizipiert. Zuvor war Charles Amoah vor einem Vierteljahrhundert mit etwa vier Millionen Euro der St. Galler Rekordverkauf gewesen.

Der 24-jährige Geubbels ist nach Jean-Pierre Nsame, Felix Mambimbi und Chadrac Akolo bereits der vierte namhafte Angreifer, der den Klub in diesem Sommer verlässt. Allerdings scheinen die Verantwortlichen des Vereins auf dem Transfermarkt ein gutes Händchen bewiesen zu haben - darauf jedenfalls lässt der erfolgreiche Saisonstart des FCSG schließen.

Drei Spiele, neun Punkte, Statement-Siege gegen den Meister Basel (2:1), beim Vizemeister Servette (4:1) sowie gegen den Angstgegner Winterthur (5:0), zweimal ein ausverkauftes Heimstadion, Euphorie total in der Ostschweiz - das Team des deutschen Trainers Enrico Maaßen hat die Saison bemerkenswert überzeugend lanciert. "Wir sind toll gestartet", sagt Maaßen. "Aber es sind erst drei Begegnungen gespielt. Wir ordnen das dementsprechend ein."

Seine erste Saison in St. Gallen sei mit 53 Pflichtspielen sehr intensiv gewesen, am Ende lief es nicht wie gewünscht. "Wir haben danach klar analysiert, wo wir uns verbessern können und müssen." Man habe den Kader schließlich so zusammengestellt, dass man das intensive, aggressive Spiel konstanter zeigen könne. "Mit dem Ball sind wir jetzt geradliniger und vertikaler", sagt der 41-Jährige.

Der Königstransfer spielt noch gar nicht

Wer sich mit Sportchef Roger Stilz unterhält, bekommt ebenfalls einen Einblick in die Überlegungen bei der Kaderplanung. Stilz arbeitete auch viele Jahre in Deutschland, unter anderem als Co-Trainer beim HSV und in Nürnberg, als Leiter der Nachwuchsabteilung bei St. Pauli oder als Geschäftsführer bei Jahn Regensburg. Mit dem fleißigen Carlo Boukhalfa von St. Pauli stieß beispielsweise ein laufstarker Spieler zum Team, der im Mittelfeld ideal zum deutschen Kapitän und Vorkämpfer Lukas Görtler passt.

Der wichtigste Zugang, Lukas Daschner aus Bochum, fehlt noch verletzt, und weil auch der Torhüter Lawrence Ate Zigi und der starke Offensivspieler Christian Witzig erst am letzten Wochenende in der ersten Pokalrunde beim 13:0 gegen die Amateure des FC Walenstadt ihr Comeback gaben, verfügt der FC St. Gallen sogar noch über erhebliches Steigerungspotenzial.

Im Angriff verpflichtete der Verein junge, aufstrebende Akteure wie Aliou Baldé aus Nizza oder Shkelqim Vladi von Lugano und Enoch Owusu aus dem Nachwuchs von Inter Mailand. "Für uns ist es wichtig, dass sich Spieler bei uns entwickeln können", sagt Stilz. "So wie es zuletzt Geubbels getan hat."

Vogt könnte den Geubbels-Abgang vergessen machen

Als Aufsteiger etabliert hat sich der junge Stürmer Alessandro Vogt, der erst im Sommer seine berufliche Ausbildung beendet und zuvor in der U 21 des FC St. Gallen gespielt hat. Der 20-Jährige gefiel in den ersten Wochen als Goalgetter und Vorbereiter sowie mit seiner Physis, er traf in der Liga bereits dreimal und wird in der Schweiz schon als Hoffnungsträger für das Nationalteam genannt.

Die Sehnsucht in der Schweiz ist riesig nach einem verlässlichen, robusten Torjäger. Roger Stilz freut sich über den starken Einstand Vogts, aber er sagt auch, dass bei jungen Spielern Rückschläge möglich seien. "Wir heben jetzt sowieso nicht ab", sagt Stilz. "Weil wir wissen, wie schnell es gehen kann." Womöglich verpflichtet der Verein in den nächsten Tagen noch einen Nachfolger von Geubbels, wobei dann Vogt weniger Einsatzzeit erhalten könnte. "Wir planen das sorgfältig", sagt Stilz.

Leise Träumereien von der Meisterschaft

Den komplizierten personellen Umbruch nach den Abgängen des langjährigen Trainers Peter Zeidler sowie des Sportchefs Alain Sutter 2024 scheint der FC St. Gallen angemessen moderiert zu haben. Im euphorischen Umfeld wird bereits sanft vom dritten Meistertitel in der 146-jährigen Geschichte nach 1904 und 2000 geträumt, zumal die Favoriten Basel und YB bisher alles andere als einen stilsicheren Eindruck hinterlassen haben.

Aber auch Roger Stilz sagt, dass noch 35 Runden zu spielen seien: "Wir freuen uns über die Momentaufnahme und wissen die Situation einzuschätzen."