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Monterrey verabschiedet sich von der Klub-WM - und macht Mexiko Hoffnung

kicker

Es ist eine wirklich bemerkenswerte Reise, die der Club de Futbol Monterrey bei der diesjährigen Klub-WM hinter sich hat. Sergio Ramos' Kopfballtor gegen Inter Mailand versetzte gleich im ersten Gruppenspiel ein ganzes Land in Ekstase, am Ende bejubelten die Mexikaner ein 1:1-Remis gegen den Champions-League-Finalisten. In den folgenden beiden Partien kassierte Monterrey kein einziges Gegentor, stellte damit die geteilte beste Abwehr der Gruppenphase - und hielt auch gegen Borussia Dortmund im Achtelfinale mit.

14 Mal feuerten die Mexikaner in Atlanta in Richtung Gregor Kobel, während der BVB in der gesamten Partie nur sechs Torschüsse abgab. Weil Dortmund seine Chancen in Person von Serhou Guirassy aber schon früh in Treffer ummünzte und die "Rayados" in der Folge ein ums andere Mal am Dortmunder Keeper oder ihren eigenen Nerven scheiterten, rettete der deutsche Favorit das 2:1 über die Zeit. Für Monterrey ist das Abenteuer Klub-WM damit beendet. Und dennoch erklingen aus Mexiko nun Lobeshymnen für den Tabellensiebten der vergangenen Saison.

"Mit Ehre gefallen" sei der Underdog gegen den BVB, befand etwa die mexikanische Sportzeitung La Aficion. "Sie sind wie die ganz Großen gegangen", titelte Medio Tiempo. Auch Coach Domenec Torrent betonte, der Achtelfinal-Auftritt mache ihn stolz - in vielen Phasen sei sein Team gegen den BVB überlegen gewesen. Monterrey-Kapitän Sergio Ramos, dessen Kopfball in der 91. Minute nur Zentimeter am BVB-Tor vorbeistreifte, sprach von einem Abgang "mit erhobenem Haupt": Seine Mannschaft habe vom Anfang bis zum Ende guten Fußball gezeigt, so der 39-Jährige.

Sergio Ramos sieht viel Potenzial in mexikanischer Liga

Und der einstige Weltklasse-Verteidiger von Real Madrid zieht noch weitere Schlüsse aus Monterreys Auftreten bei der Klub-WM. "Der mexikanische Fußball wächst auf Augenhöhe mit den großen Ligen", sagte Sergio Ramos nach dem knappen Ausscheiden gegen den BVB. "Spieler aus unserer Liga haben später in Spanien, der Premier League oder der Bundesliga gespielt. Jeder, der ein bisschen Ahnung von Fußball hat, weiß vom Talent in der mexikanischen Liga", so der spanische Routinier.

Für Sergio Ramos geht es nun darum, dieses Potenzial auch längerfristig im eigenen Land zu halten. "Der mexikanische Fußball befindet sich in einem Prozess des Wachstums. Aber die Veränderungen kommen nicht sofort, sie brauchen Zeit", betonte der Ex-Nationalspieler Spaniens.

Gegen nordamerikanische Teams unterfordert

Tatsächlich bot der neue Modus der Klub-WM eine gute Möglichkeit zur Bestandsaufnahme für die mexikanische Spielklasse. Die CONCACAF Champions League, das nord-und mittelamerikanische Pendant zur europäischen Champions League, gewinnen Mannschaften aus der Liga MX in Serie - sie haben es dabei aber auch "nur" mit Konkurrenz aus Kanada, den USA und diversen mittelamerikanischen Ligen zu tun.

Bei der Klub-WM in ihrem bisherigen Sieben-Team-Modus konnten sich mexikanische Teams dagegen noch nie zum Sieger krönen, gegen die europäischen und südamerikanischen Schwergewichte reichte es überhaupt erst einmal zu einem Finaleinzug.

Dass Mannschaften aus der Liga MX im Weltfußball zumindest mithalten können, hat der CF Monterrey bei der diesjährigen Klub-WM also bewiesen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass mit dem CF Pachuca Mexikos zweiter Turnierteilnehmer in der Gruppenphase sang- und klanglos ohne einen einzigen Punkt ausschied. Es dürfte also noch ein Stück zu gehen sein für den mexikanischen Fußball - entscheidend für dessen Entwicklung könnte es vor allem werden, heimisches Talent so lange wie möglich in der eigenen Liga zu halten und mit erfahrenen Routiniers zu unterstützen.

Zumindest in diesem Jahr scheinen die mexikanischen Teams eher Wert auf Letzteres zu legen. Erst im Winter waren die beiden Real-Altstars Sergio Ramos und James Rodriguez in die dortige Liga gewechselt, aktuell sollen auch Angel Correa (Atletico Madrid) und Aaron Ramsey (Ex-Arsenal) vor einem Wechsel in die bedeutendste Spielklasse Nord- und Mittelamerikas stehen.