Als sich Fenerbahce in der vergangenen Woche mit einem sensationellen 5:2-Sieg gegen Feyenoord Rotterdam zurückmeldete und nach Hinspiel-Niederlage doch noch das Ticket für die Play-offs der Champions League buchte, spuckte José Mourinho große Töne. Benfica, der nun kommende Gegner, "hätte lieber gegen Feyenoord gespielt", tönte The Special One: "Ich glaube, Benfica ist nicht glücklich." Nun, einen Tag vor dem Hinspiel-Duell mit dem portugiesischen Rekordmeister, klangen die Aussagen des 62-Jährigen schon deutlich zurückhaltender.
"Benfica ist viel besser als Feyenoord", erklärte Mourinho auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Mittwochabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) und ruderte hinsichtlich seiner offenbar vorschnell getroffenen Aussage zurück. "Als wir Feyenoord ausgeschaltet haben, habe ich gesagt, dass Benfica nicht glücklich darüber ist, gegen Fenerbahce zu spielen - aber vielleicht habe ich mich geirrt", so der Portugiese. "Vielleicht denken sie, dass Feyenoord besser ist als wir, und freuen sich, gegen uns zu spielen. Vielleicht denkt Benfica, wir sind Benfica, und es ist uns egal, ob wir gegen Fenerbahce oder gegen Feyenoord spielen."
Als Trainer des türkischen Topklubs, der er nun seit knapp einem Jahr ist, würde er selbst nun "lieber gegen Nizza spielen als gegen Benfica. Denn Benfica ist stärker als Nizza." Die Südfranzosen waren ihrerseits mit zwei 0:2-Niederlagen klar gegen Benfica gescheitert - und das in Mourinhos Augen nicht überraschend. "Benfica ist stark, hat starke Spieler, einen guten Trainer, die Mannschaft ist gut eingespielt, verteidigt gut, kassiert keine Gegentore, kann kontinuierlich angreifen, kann Konter spielen, hat eine gute Bank, hat viele Lösungen", zählte er eine schier endlose Reihe an Vorteilen des Gegners auf und kam zu dem Schluss, Benfica sei "eine Champions-League-Mannschaft, keine Qualifikationsmannschaft", gegen die sein Team nun "alles besser machen" müsse.
Mourinho: "Wenn Kerem spielt, wird er morgen für Benfica spielen"
Ganz gelegen käme Mourinho da die Verpflichtung von Wunschspieler Kerem Aktürkoglu, den Fenerbahce seit Wochen umgarnt - und mit der man praktischerweise auch noch den kommenden Gegner schwächen könnte. Der türkische Nationalspieler (44 Spiele, zwölf Tore) steht aktuell bei Benfica unter Vertrag und erzielte in der abgelaufenen Saison 15 Tore in 42 Spielen in Liga und Champions League für die Portugiesen.
Aktuell aber hakt die Verpflichtung, Medienberichten aus Portugal zufolge sei man in der portugiesischen Hauptstadt darüber verärgert, dass Fenerbahce ein erstes Gebot im Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro nach unten korrigiert hat. Da beide Parteien nicht zu Zugeständnissen bereit zu sein scheinen, sei eine Einigung nicht in Sicht. "Wenn Kerem spielt, wird er morgen für Benfica spielen", glaubt auch Mourinho. Aktuell könne er sich Aktürkoglu "nicht als Spieler von Fenerbahce vorstellen".