Ivan Juric ist nicht mehr länger Trainer von Atalanta Bergamo. In einer äußerst knappen Mitteilung gab der Klub aus der Lombardei am Montagnachmittag die Trennung vom kroatischen Coach bekannt, nach nur vier Siegen in 15 Pflichtspielen ist die Amtszeit des 50-Jährigen damit schon wieder Geschichte.
Erst im Sommer hatte Juric bei den Bergamasken das schwere Erbe von Gian Piero Gasperini übernommen. Der 67-Jährige hatte Atalanta in der Spitze der Serie A etabliert, dem Klub einen in Europa weithin beachteten Spielstil verpasst und 2024 zur vorzeitigen Krönung seiner neunjährigen Amtszeit die Europa League gewonnen (3:0 im Finale gegen Bayer Leverkusen). Im Sommer war Gasperini zur AS Rom gewechselt und hatte in Bergamo den Staffelstab an Juric weitergegeben.
Lange ungeschlagen, aber meist nur remis
An die alten Erfolge konnte der Kroate jedoch nicht anschließen. In der Serie A war der Klub zwar lange Zeit ungeschlagen, holte aus den ersten neun Spielen aber nur zwei Siege bei sieben Remis. Zuletzt gab es dann zwei Niederlagen in Serie bei Udinese Calcio (0:1) wie am Wochenende zuhause gegen Aufsteiger Sassuolo (0:3). Aktuell befindet sich "La Dea" nur auf Rang 13, sechs Punkte über der Abstiegszone.
Auch in der Champions League, in die Gasperini die Bergamasken zum Abschied zum fünften Mal geführt hatte, lief es durchwachsen. Einer deutlichen Niederlage bei PSG (0:4) und einem schwachen 0:0 gegen Slavia Prag stehen zwei Siege gegen Brügge (2:1) und in Marseille (1:0) gegenüber. Ein Weiterkommen in der Königsklasse ist damit zum gegenwärtigen Zeitpunkt durchaus wahrscheinlich.
Dritte Entlassung binnen eines Jahres
Allerdings nicht mehr mit Juric an der Seitenlinie. Für den 50-Jährigen war es kurioserweise bereits die dritte Entlassung binnen eines Jahres. Vor exakt einem Jahr, am 10. November 2024, musste Juric bei der AS Rom seinen Hut nehmen, dort durfte er sich nur zwölf Spiele lang beweisen. Im Dezember heuerte er dann in Southampton beim bereits abgeschlagenen Tabellenletzten der Premier League an, konnte dort das Ruder aber auch nicht rumreißen. Nach nur 0,44 Punkten im Schnitt war bei den Saints nach 16 Spielen im April schon wieder Schluss. Nun folgte das schnelle Ende in Bergamo.
Für Atalanta steht nach der Länderspielpause das Gastspiel bei Meister Napoli an (22.11., 20.45 Uhr). Wer dann bei La Dea an der Seitenlinie stehen wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Italienischen Medienberichten zufolge könnte es auf Raffaele Palladino hinauslaufen. Der 41-Jährige hatte in der vergangenen Saison die AC Florenz trainiert, die Trennung im Sommer erfolgte nach Meinungsverschiedenheiten mit der Sportlichen Leitung im Einvernehmen.