Das Meisterrennen in Schottland ist spannend wie lange nicht mehr und versetzt die Führungsriegen der Topklubs weiterhin in große Unruhe. Nachdem die Rangers bereits im Herbst ihren Trainer getauscht hatten, reagierte nun auch Celtic - schon wieder. Nach nur einem Monat im Amt muss Wilfried Nancy seinen Posten schon wieder räumen.
Der 48 Jahre alte Franzose, zuvor jahrelang in der MLS erfolgreich, hatte seinen ersten Trainerjob in Europa am 4. Dezember angetreten und von einer "riesigen Ehre" gesprochen, verlor aber sechs seiner acht Pflichtspiele, zuletzt am Samstag auch das Derby gegen die Rangers. Er war der erste Celtic-Coach der Geschichte, der seine ersten beiden Partien verlor, darunter das Ligapokalfinale gegen Underdog FC St. Mirren (1:3).
Auch der Sportliche Leiter geht
Vor Nancys Anstellung hatte Altmeister Martin O'Neill interimsweise sieben von acht Auftritten gewonnen. Er war auf Brendan Rodgers gefolgt, der den Klub im Oktober nach mehr als zwei Jahren verlassen hatte.
Mit Nancy, der einen Vertrag bis Sommer 2028 unterschrieben hatte, müssen nicht nur dessen Assistenten Kwame Ampadu, Jules Gueguen und Maxime Chalier bereits wieder gehen, sondern auch Paul Tisdale, der seit Herbst 2024 Sportlicher Leiter war. Am Montagabend teilte der Klub mit, dass tatsächlich ausgerechnet O'Neill die Mannschaft am Samstag (16 Uhr) im Heimspiel gegen Dundee United - und auch für die restliche Saison - betreuen wird.
Celtic steht zwar trotz der unglücklichen 1:3-Schlappe gegen die Rangers weiterhin knapp vor dem Erzrivalen auf dem zweiten Platz, musste Spitzenreiter Heart of Midlothian aber wieder auf sechs Punkte davonziehen lassen. In den vergangenen 14 Jahren waren die Bhoys 13-mal Meister geworden, nur 2020/21 triumphierten die Rangers. Diese bauen seit Oktober auf Hansi Flicks einstigen Assistenten Danny Röhl, der sie seitdem zurück ins Meisterrennen befördert hat.
In der Europa League hat Celtic anders als die Rangers noch Chancen aufs Weiterkommen. Vor den abschließenden Vorrundenspielen beim FC Bologna (22. Januar) und gegen den FC Utrecht (29. Januar) steht der Landesmeister-Champion von 1966/67 auf dem 24. Platz.