Auch vor den Länderspielen gegen Luxemburg heute und am Montag in Nordirland hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann Verletzungssorgen. So fiel neben den zahlreichen Langzeitverletzten auch Jamie Leweling mit Adduktorenproblemen aus. Deshalb wurde Kevin Schade nachnominiert. Der 23-Jährige war aber gar nicht die erste Option.
"Unter der Woche wollten wir Niclas Füllkrug nachnominieren", bestätigte der Bundestrainer in der ARD und verriet, dass der Angreifer "einen Muskelbündelriss im Oberschenkel" habe und deshalb nicht kommen konnte. Die Verletzung erlitt der 32-Jährige im Training und wird nun wohl erneut mehrere Wochen pausieren müssen. Für den ehemaligen Dortmunder ist es der nächste Rückschlag, so war er 2024 zunächst von einer Achillessehnenreizung und dann von einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung ausgebremst worden, während er im September beim Start in die WM-Qualifikation erneut angeschlagen passen musste. Bei West Ham hatte Füllkrug zuletzt in der Startelf gestanden, war aber ohne Tor geblieben.
Für Nagelsmann bedeutete das, dass er umstellen musste. "Da kann ich viel planen und überlegen", so der Bundestrainer und berichtete von seinem Dilemma: "Ich brauche einen Kopfballspieler - geht nicht, der ist leider verletzt. Viele Dinge zaubere ich nicht aus dem Hut, sondern die sind so, die liegen da. Wir müssen uns an dem bedienen, was wir haben und was uns zur Verfügung steht. Also muss ich reagieren und es kommt ein Spieler dazu, der ein Jahr weg war."
Bundestrainer spricht über Verletzte
Vor allem die 0:2-Niederlage in der Slowakei hat dafür gesorgt, dass sich die deutsche Nationalmannschaft keinen weiteren Ausrutscher in der WM-Qualifikation erlauben darf. Diskussionen um Team-Säulen und Kaderveränderungen häuften sich. Bundestrainer Julian Nagelsmann verwies auf die personell angespannte Lage im DFB-Team.
"Wir haben schon ein paar mehr Ausfälle als viele Nationen in Europa", sagte der 38-Jährige und verwies auf die Ausfälle von Jamal Musiala, Kai Havertz, Marc-André ter Stegen oder auch Nico Schlotterbeck, die alle für die erste Mannschaft vorgesehen seien, seit mehreren Monaten aber fehlen. Schlotterbeck sei aber immerhin "jetzt wieder dabei".
Ansonsten hätte man nicht "so extrem viele Kaderveränderungen" gehabt - und ohnehin habe man ja auch ausgerufen, "dass wir nach dem Leistungsprinzip handeln und bewerten". Das tue er eben auch, denn: "Wenn ich immer dieselben 20 Spieler dabei hätte, dann würde ich das nicht machen. Ich würde nur hoffen, dass die gut spielen - und die anderen wären egal."