Türkgücü München hat turbulente Jahre hinter sich. Zeitweise spielten die bayerischen Landeshauptstädter in der 3. Liga, doch unter anderem streuten finanzielle Probleme und die nie enden wollende Suche nach einer passenden und dauerhaften Spielstätte Sand ins Getriebe.
In der Bayernliga Süd können die Münchner wieder auf ihrer angestammten Anlage in der Heinrich-Wieland-Straße spielen. Doch die dunklen Wolken wabern unaufhörlich über dem Verein. Im August schmiss der frisch verpflichtete Trainer Slaven Skeledzic mit allerhand Frust hin, in den späten Abendstunden des Freitags folgte nun ein ungleich größerer Hammer: Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) nimmt sämtliche Mannschaften von Türkgücü mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb. Der Verband sah sich nach eigener Aussage dazu gezwungen, da der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) einen "vorübergehenden Ausschluss" von Türkgücü ausgesprochen habe. Konkrete Folge: Ohne Mitgliedschaft im BLSV besteht für die Spieler kein Versicherungsschutz mehr.
Die für Samstag angesetzte Fünftliga-Partie der Münchner beim FC Pipinsried wurde demnach abgesagt und beim BFV offiziell als "Nichtantritt Gast" deklariert. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Pipinsried am Grünen Tisch die drei Punkte zugesprochen bekommt, wenngleich sich erst mal das Sportgericht mit dem Fall befassen muss.
Damit rückt das Ziel, mittelfristig dritte Kraft Münchens hinter dem FC Bayern und dem TSV 1860 zu werden, in weite Ferne. Auch von einem angestrebten Gesundungsprozess in der Bayernliga scheint Türkgücü nach den Entwicklungen des späten Freitagabends ein großes Stück entfernt zu sein.
Bis Samstagmittag hat sich Türkgücü München noch nicht zu den Vorkommnissen geäußert. Wie lange der Verein vom Spielbetrieb ausgeschlossen bleibt, ist offen.