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Nicht auf die Neuzugänge schieben: In Lohne "funktioniert das Gesamtgefüge nicht"

kicker

Herr Scheibel, am Sonntag hat BW Lohne beim 1:1 gegen Altona 93 nach fünf Liga-Niederlagen am Stück erstmals wieder einen Punkt geholt. War es trotzdem eher ein Tritt auf der Stelle?

Ja. In der Tabellensituation, in der wir sind, bringt uns dieser eine Punkt gegen ein Team, das in ähnlichen Sphären unterwegs ist wie wir, nicht wirklich weiter - zumal wir uns vor dem Spiel schon deutlich mehr erhofft hatten.

Nach 13 Spielen ist BWL Vorletzter. Die Mannschaft hat sich noch nicht gefunden, das ist auf dem Platz deutlich zu sehen. Wie erklären Sie sich das?

Diese eine Erklärung dafür gibt es nicht. Ich glaube, dass es viele Kleinigkeiten sind, die da irgendwo mit reinspielen. Dinge, die wir vielleicht - und so offen muss man auch sein - am Anfang unterschätzt haben. Diese Themen müssen wir angehen, um schnellstmöglich in die Erfolgsspur zurückzukommen.

„Da ist das Saisonziel, das wir uns vor der Saison gesteckt haben, erst mal zweitrangig.“ (Luca Scheibel)

Ein Problem ist, dass die Neuzugänge noch nicht wirklich funktionieren. Im Sommer hatte BWL viel Lob für seine Transferaktivitäten erhalten. Aber seit dem Saisonstart war es so, dass Spieler wie Martin Kobylanski, Torben Rehfeldt, Luca Zander, Bjarne Kasper oder Clinton Helmdach teilweise unglückliche oder unauffällige Auftritte hingelegt haben. Hat man bei einigen Transfers danebengelegen?

Nach einem Drittel der Saison schon festzumachen, ob man danebengelegen hat oder nicht, wäre verfrüht. Es ist ein Zusammenspiel aus vielen Themen. Natürlich ist es so, dass die Neuzugänge noch nicht so performen, wie wir uns das vorgestellt haben. Es ist aber auch schwierig. In einer neu formierten Mannschaft hängt es auch an den Jungs, die schon länger dabei sind. Die müssen die Neuen mit heranführen, sodass es im Kollektiv passt. Dann wäre es wahrscheinlich auch für die Neuen einfacher, wenn das Gesamtgefüge funktionieren würde. Und das tut es nicht. Es dann nur auf die Neuzugänge zu schieben, halte ich für falsch. Nichtsdestotrotz ist das auch etwas, was wir bewerten müssen, wenn es Richtung Winterpause geht. Ob wir, was den Kader angeht, richtige Entscheidungen getroffen haben oder ob wir noch die eine oder andere Entscheidung korrigieren müssen.

Vor allem die hohe Gegentoranzahl (32) ist auffällig. Muss man da nicht zwangsläufig im Winter nachverpflichten?

Es wäre verfrüht, sich da jetzt festzulegen. Wir gehen ja auch davon aus, dass Kai Westerhoff bald zurückkommt. Er ist jetzt wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen und wird jetzt auch immer näher an die Mannschaft herangeführt. Das ist für diese Saison für uns ja wie ein Neuzugang in der Defensive. In der Winterpause muss man schauen: Wo stehen wir jetzt gerade und was glauben wir, was uns noch guttun würde.

Mit den Auftritten in der Vorsaison, mit den Transfers und mit dem Saisonziel (mindestens Platz 8) hat sich BW Lohne von der Underdog-Rolle verabschiedet. Tut man sich damit noch schwer?

Uns wurde in der letzten Saison schon häufig bescheinigt, dass wir ein etablierter Regionalligist sind oder uns wie einer präsentieren. Das Saisonziel, das wir uns gesteckt haben, war unter dem Eindruck der vergangenen Saison und dem Eindruck, wie wir uns den Einbau der Neuzugänge vorgestellt haben, nicht überambitioniert. Nichtsdestotrotz muss man festhalten, dass wir uns aktuell im Abstiegskampf befinden und das erst mal annehmen müssen. Wir müssen Punkte holen, um unten rauszukommen. Da ist das Saisonziel, das wir uns vor der Saison gesteckt haben, erst mal zweitrangig.

In solchen Krisenzeiten wird ja auch zwangsläufig über den Coach gesprochen. Wie bewerten Sie die Arbeit von Uwe Möhrle und seinem Trainerteam?

Wir sprechen lieber mit als über den Trainer. Man muss schon sagen, dass Uwe natürlich auch aufgrund seiner langjährigen Profizeit, in der er auch den einen oder anderen Abstiegskampf mitgemacht hat, über viel Erfahrung verfügt. Und er strahlt auch eine gewisse Ruhe aus, die es jetzt gerade braucht. Wir müssen uns aber nichts vormachen: Ergebnisse sind immer die besten Argumente. Die bleiben leider aktuell aus. Ich gehe aber davon aus, dass wir wieder in die Erfolgsspur kommen und die Ergebnisse wieder stimmen werden.

„Es gibt viele 50:50-Spiele - und wir müssen wieder dahin kommen, dass wir diese Spiele für uns entscheiden.“ (Luca Scheibel)

Jetzt geht es am Samstag zum schweren Auswärtsspiel beim SV Meppen. Macht das 2:2 Hoffnung, das sich BWL dort in der letzten Saison in Unterzahl erkämpft hat?

Ich glaube, man muss die jetzige Situation bewerten. Und die ist ganz klar so, dass Meppen als ambitionierte Mannschaft auftreten wird, die oben den Anschluss halten möchte oder sich in der Tabelle ganz nach vorne schieben möchte - je nachdem, wie die Konkurrenten spielen. Wir sind ganz klar in der Herausfordererrolle, so wie in den letzten Jahren auch. Dennoch muss es unser Ziel sein, dass wir etwas mitnehmen, dass wir ein gutes Spiel machen. Man hat in der Regionalliga schon oft gesehen, dass es nicht immer viel heißen muss, wo man in der Tabelle steht. Es gibt viele 50:50-Spiele - und wir müssen wieder dahin kommen, dass wir diese Spiele für uns entscheiden.

Nach dem Meppen-Spiel heißen die Gegner Eintracht Norderstedt, FSV Schöningen und Hamburger SV II. Ist das schon Abstiegskampf pur?

Unser Ziel muss es sein, durch das Meppen-Spiel mit einem guten Gefühl in diese wichtigen Spiele zu gehen. Wenn man sich die Tabellensituation anschaut, sind es natürlich schon viele Spiele, in denen man sich einen Vorteil oder vielleicht sogar etwas Luft gegenüber dem einen oder anderen verschaffen kann.