Auf wen setzt Muslic?
Beim Relegations-Rückspiel zwischen Eintracht Braunschweig und dem 1. FC Saarbrücken am vergangenen Dienstagabend entschied sich aus Schalker Sicht nicht nur, wer der 17. Gegner der kommenden Zweitliga-Saison sein würde, sondern auch, dass bei der Kaderplanung ganz hinten zumindest ein wenig Klarheit herrscht. Durch den Klassenerhalt des BTSV greift eine Kaufpflicht für Ron-Thorben-Hoffmann, rund 200.000 Euro bringt das immerhin an Ablöse.
Nicht erst die Paraden und die Torvorlage in der Verlängerung werden bei einigen Knappen allerdings das Gefühl zurücklassen, dass es vielleicht gar nicht so schlecht gewesen wäre, wenn der 26-Jährige nach Gelsenkirchen zurückgekehrt wäre - oder den Verein gar nicht erst verlassen hätte. So bleibt auf der neuralgischen Position zwischen den Pfosten noch Arbeit für die Verantwortlichen. Wer nun Schalker Stammtorhüter sein wird, ist aktuell unklar.
Heekeren, Karius, Heekeren
Justin Heekeren, der den Großteil der Saison im Tor stand, ist intern umstritten. Zwar hatte er den Zweikampf im vergangenen Sommer gegen Hoffmann gewonnen, seine Nominierung war aber ein Stück weit auch Teil eines Machtkampfs zwischen Ex-Coach Karel Geraerts und Kaderplaner Ben Manga.
Nach durchwachsenen Leistungen wurde er dann in der Rückrunde vom damaligen Trainer Kees van Wonderen durch Winter-Zugang Loris Karius ersetzt, der erst stark hielt, dann aber schnell wieder mit einer schweren Muskelverletzung ausfiel. Heekeren kehrte zurück ins Tor und konnte abermals nicht nachhaltig überzeugen. Zwar ist der 24-Jährige gut mit dem Ball am Fuß und im Spielaufbau, leistete sich aber zu viele teils spielentscheidende Fehler.
Also springt Karius wieder ein? So einfach ist das nicht, denn der Vertrag des ehemaligen Keepers des FC Liverpool und von Newcastle United läuft nur noch bis Ende Juni. Eine Verlängerung ist zwar durchaus wahrscheinlich, allerdings wünscht sich der 31-Jährige deutlich verbesserte Konditionen als bei seinem stark leistungsbezogenen Vertrag im Januar. Angesichts von der geringen Spielpraxis und der langen Verletzung zuletzt ist das durchaus ein Risiko für Schalke.
Für Karius sprechen allerdings die Leistungen in den vier absolvierten Partien, seine Routine, die Präsenz und damit die Chance, nach einem jahrelangen Dauer-Wechseln endlich mal Ruhe auf der Position zu haben. Heekeren, dessen Vertrag bis 2026 läuft, müsste sich dann überlegen, ob er die Rolle als klare Nummer 2 annimmt oder den Verein verlässt.
Klarheit wird es über all diese Entscheidungen aber erst geben, sobald auch Miron Muslic seine Meinung dazu abgegeben hat.